Globalfoundries beginnt Bau einer 4,2-Milliarden-Dollar-Fabrik

Sie soll ab 2012 Prozessoren mit 28 Nanometern Strukturbreite fertigen. Vorteil der Lage im Staat New York ist die Nähe zu Partner IBM. Als wichtigste Zielgruppe gelten Grafikchiphersteller.

Der AMD-Ableger Globalfoundries wird kommenden Freitag mit einem ersten Spatenstich den Bau einer neuen Anlage in Malta im US-Bundesstaat New York offiziell beginnen. Das Projekt wird 4,2 Milliarden Dollar kosten. Die Einweihungszeremonie soll gleichzeitig die Ambitionen der ehemaligen AMD-Prozessorherstellung demonstrieren.

Die Anlage soll in der zweiten Jahreshälfte 2012 den Betrieb aufnehmen – zunächst mit 28-Nanometer-Produktion, dann möglichst bald auch 22 Nanometer. Einer der Vorteile ihrer Lage ist die Nähe zu IBMs Chip-Abteilung, die überwiegend in East Fishkill und damit ebenfalls im US-Staat New York sitzt. Globalfoundries will künftig eng mit IBM zusammenarbeiten.

Um sich wie beabsichtigt in die Elite der Prozessorfabrikanten einzureihen und die Anlage in New York zu refinanzieren, braucht Globalfoundries große Kunden. Mindestens einen wird das Unternehmen laut PR-Chef Jon Carvill innerhalb der kommenden 30 Tage vorstellen. Darunter könnten Hersteller von Niedrigstrom- und Funknetz-Chips sein: „In diesen Bereichen ein wichtiger Mitspieler zu sein, hat eine Reihe Vorteile.“

Auch auf Grafikprozessoren (GPUs) spezialisierte Unternehmen hat Globalfoundries im Visier, darunter die Nummer eins dieses Marktsegments, Nvidia. Deren CEO Jen-Hsun Huang hat bereits öffentlich verkündet, man prüfe und diskutiere „ernsthaft“ die Möglichkeit, Globalfoundries mit der Herstellung bestimmter Halbleiter zu beauftragen. Noch wahrscheinlicher ist als Auftraggeber AMDs Grafikabteilung ATI. Laut Carvill hat Globalfoundries „noch keine Volumenfertigung von AMD-Grafikprozessoren“ übernommen – „noch nicht“.

Ein aggressiver Bewerber im Markt für Grafikchipproduktion will Globalfoundries mit der Einführung von 28-Nanometer-Chips in einigen Jahren werden. Heute nutzen ATI und Nvidia für die kompaktesten, leistungsstärksten Chips eine Strukturbreite von 40 Nanometern. Je geringer dieser Wert, desto leistungsfähiger und energieeffizienter ist in den meisten Fällen der Prozessor. Weil Grafikprozessoren oft besonders viele Transistoren (derzeit bis zu eine Milliarde) auf ein Stück Silizium vereinen, gehören die darauf spezialisierten Unternehmen häufig zu den ersten, die eine verringerte Strukturbreite einführen.

Zu den Hauptwidersachern von Globalfoundry wird Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) gehören. Von diesem Unternehmen, Marktführer im Bereich Auftragsfertigung von Halbleitern, lassen sowohl AMD als auch Nvidia Chips fertigen.

Themenseiten: AMD, ATI, Business, Globalfoundries, IBM, Nvidia, Prozessoren

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