US-Justiz prüft Geschäftspraktiken in der Mobilfunkbranche

Möglicherweise missbrauchen Unternehmen wie AT&T und Verizon Communications ihre Marktmacht. Die Prüfung deckt alle Geschäftsbereiche ab. Auch Exklusivverträge für Mobiltelefone könnten im Blickfeld der Wettbewerbshüter stehen.

Das US-Justizministerium prüft, ob Telekommunikationsanbieter wie AT&T und Verizon Communications ihre in den letzten Jahren errungene Marktmacht für wettbewerbswidrige Geschäftspraktiken missbrauchen. Dies berichtet das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.

Dem Bericht zufolge hat die Überprüfung gerade erst begonnen. Sie soll alle Geschäftsbereiche der Unternehmen abdecken, vom klassischen Telefonnetz über Breitbandinternet bis hin zu Mobilfunk. Es sei aber noch nicht sicher, ob die Wettbewerbshüter auch eine offizielle Untersuchung einleiten.

Das WSJ vermutet, dass das Justizministerium auch exklusive Vertriebsverträge zwischen großen Mobilfunkprovidern und Handyherstellern sowie deren Folgen für kleinere Anbieter untersucht. So ist AT&T in den USA der einzige Anbieter des iPhone von Apple, während das Palm Pre nur bei Sprint Nextel und die ersten beiden Android-Handys von HTC nur bei T-Mobile USA erhältlich sind.

Kürzlich hatten Rechtsexperten und Kartellwächter solche exklusiven Partnerschaften kritisiert. „Wenn es ein gutes Mobiltelefon ist, sollte es in allen Netzen angeboten werden“, sagt Doug Hutcheson, CEO von Leap Wireless. Mobilfunkanbieter sollten nur auf Basis ihrer Mobilfunkangebote miteinander konkurrieren.

Andrew Sherrard, Vizepräsident von T-Mobile USA, erwidert darauf, die meisten Handys im Angebot seines Unternehmens seien nicht exklusiv. Er finde es allerdings sinnvoll, auch exklusive Modelle anzubieten. Dies gelte vor allem für Smartphones. Er erwarte, dass die Exklusivverträge einer wettbewerbsrechtlichen Überprüfung standhalten werden.

Ein anderer Aspekt der Untersuchung könnte dem Bericht zufolge sein, dass Mobilfunkanbieter bestimmte Dienste einschränken. So sperren die meisten Unternehmen den VoIP-Dienst Skype in ihren Netzen. Dies widerstrebt dem Prinzip der Netzneutralität, für die sich neuerdings auch die US-Regierung stark macht.

In einigen europäischen Ländern untersagen Verbraucherschutzgesetze die Bindung eines Mobiltelefons an einen Vertrag. So muss Orange in Frankreich das iPhone auch ohne Vertrag und ohne SIM-Sperre anbieten. In Italien haben schon jetzt mit TIM und Vodafone zwei Anbieter das Apple-Smartphone im Programm. Dort ist das Gerät sogar direkt bei Apple vertragsfrei für 599 Euro erhältlich.

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