IT-Innovationen „Made in Germany“

1949 wurde in München die Fraunhofer-Gesellschaft gegründet. Sie hat sich der angewandten Forschung verschrieben - und unseren Alltag stärker verändert, als wir denken. ZDNet stellt eine Auswahl ihrer besten Innovationen aus IT- und Telekommunikation vor.

Spricht man über Innovation in der IT-Branche, dreht sich das Gespräch meist um das Silicon Valley. Manchmal auch noch um Japan. An Deutschland denken die wenigsten. Hier findet Innovation doch höchsten im Maschinenbau statt – und natürlich in der Automobilbranche. Und seien es dort derzeit auch nur innovative Finanzierungsmodelle. Aber in der IT?

Gegen dieses Vorurteil haben wahrscheinlich auch die Mitarbeiter der zahlreichen Institute der Fraunhofer-Gesellschaft zu kämpfen, sie sich sowohl mit Grundlagenforschung als auch mit praxisnahen Anwendungen in IT und Telekommunikation beschäftigen. Zum 60-jährigen Bestehen des 1949 in München von 103 Personen mit drei Angestellten gegründeten Vereins zur Förderung der angewandten Forschung haben sie daher ein Buch herausgegeben, dass – wie der Untertitel es nennt -, „Innovationen made by Fraunhofer“ vorstellt.

Die zwei vielleicht noch Bekanntesten werden gleich im Titel aufgeführt: „MP3, LEDs und Co.“ Stimmt, bei MP3, da war doch was. Und vom deutschen Beitrag zur Entwicklung von LEDs hat man auch schon gelegentlich gehört. Aber was ist das „Co.“? Ist es tatsächlich für uns und unseren Alltag relevant?

Die Antwort ist ganz eindeutig : Ja. Mit ihrem Konzept, die angewandte Forschung zu fördern, hat die Fraunhofer-Gesellschaft nicht nur in Zusammenarbeit mit Firmen wie Thomson und Osram zu zahlreichen neuen oder verbesserten Produkten beigetragen. Sie hat auch selbst einige Firmen gegründet, die nun Entwicklungen der Gesellschaft vermarkten.

Ein Beispiel dafür ist die Firma Novaled, eine Ausgründung der TU Dresden und des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme. Sie beschäftigt sich mit organischen Leuchtdioden, sogenannten OLEDs, die dünnere und vielfältiger einsetzbare Displays ermöglichen, die zudem aus jedem Betrachtungswinkel scharfe Bilder liefern. Und dass, wie es in dem Buch heißt, „Fußballfans heutzutage ein Champions-League-Spiel selbst auf dem Eckplatz in der Kneipe in brillanten Farben sehen können, ist vor allem den Forschern vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF in Freiburg zu verdanken, die Mitte der achtziger Jahre die alte Flüssigkristalltechnik deutlich verbessert haben.“

Fraunhofer-Technologie und -Know-how steckt aber noch in vielen anderen Produkten, mit denen wir täglich zu tun haben. Beispielsweise in Scanner-Kassen im Supermarkt: Dafür haben Fraunhofer-Mitarbeiter die Spiegel optimiert. Sie bewegen sich in der neuesten Generation deutlich schneller, was die Erkennungsrate der Strichcodes erhöht. Oder das SIP-Protokoll. Es wurde 1999 nur drei Jahre nach dem ersten Entwurf als Standard anerkannt und hat die Welt der Telefonie entscheidend verändert.

Ebenso übrigens, wie der 2000 von den Fraunhofer-Forschern vorgestellte SIP-Express-Router. Berthold Butscher, stellvertretender Leiter des Berliner Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme, erinnert sich, dass die großen Telekomunikationsfirmen anfangs darüber nur gelächelt haben. Heute nicht mehr: Rund drei Viertel aller Internettelefonate in Deutschland laufen inzwischen über SER-Systeme.

Weitere interessante Beispiele für Innovationen insbesondere in IT, Telekommunikation und Elektronik zeigt die ZDNet-Bilderstrecke zum 60jährigen Jubiläum der Fraunhofer-Gesellschaft.

Themenseiten: Fraunhofer, Handy, IT-Business, Kommunikation, OLED, Technologien

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