Facebook ändert seine Datenschutz-Einstellungen

Das Unternehmen hält den jetzigen Zustand für zu unübersichtlich. Die neuen Einstellungen werden erst nach Tests in den USA an die Kunden weltweit weitergegeben. Ein Hauptproblem sind die "regionalen Netzwerke".

Facebook will seine Privatsphäre-Einstellungen aufräumen. Das hat das Unternehmen bei einer Web-Konferenz am Mittwoch bekannt gegeben. Mit Umstellungsassistenten, so genannten „Transition Tools“, wolle man die Kundenkonten auf das neue System aktualisieren. Nach einer Testphase in den USA und einer internationalen Beta-Phase sollen die Neuerungen auch nach Deutschland kommen.

Die Einstellungen wären derzeit über sechs Seiten verteilt, so Facebook. Insgesamt gebe es 40 verschiedene Optionen. „Da kommt eins zum anderen und schaukelt sich auf, so dass es am Schluss nicht so aufgeräumt ist, wie wir es gerne hätten“, sagte Chief Privacy Officer Chris Kelly. „So, wie es sich anhört, sind die Einstellungen so kompliziert, dass viele Facebook-Mitglieder sie einfach ignoriert haben. Das will Facebook auf keinen Fall. Wir möchten unsere mehr als 200 Millionen Nutzer im Gegenteil dazu ermutigen, noch mehr Inhalte online zu stellen und mit anderen zu teilen.“

Eine der größten Probleme bei der Umstellung auf die neuen Einstellungsoptionen sei, dass Facebook die „regionalen Netzwerke“ loswerden wolle. Nur die Hälfte der Mitglieder haben dem Social Network zufolge diese Option überhaupt genutzt. Die Netzwerke stünden schon lange auf der Streichliste. Die Privatsphäre-Einstellungen wären bereits ausgelaufen. Schul- und Firmennetzwerke sollten aber erhalten bleiben.

Die Nachricht kommt kurz nach der Mitteilung von Facebook, den „Publisher“ zu überarbeiten, der Toolbar, mit der die Mitglieder ihren Status ändern oder Inhalte wie Fotos und Videos online stellen können. Die Toolbar solle jetzt eine Option bekommen, mit der sich die Datenschutz-Einstellungen für jeden Inhalt einzeln ändern lassen. Damit können die Anwender laut Facebook wählen, ob sie ihre Bilder und Filme nur für ihre Freunde, für bestimmte Gruppen von Freunden oder für das gesamte Web zugänglich machen. Mit allgemein zugänglichen Inhalten könnte Facebook ähnlich wie Twitter die Nachfrage nach in Echtzeit eingestellten und per Websuche auffindbaren Inhalten stillen.

Die „Transition Tools“ werde es in zwei verschiedenen Formen geben. Als einfaches Formular mit Optionsschaltern und als hochdifferenziertes Menü mit detaillierten Einstellungen. Zunächst werde die Umstellung mit 40.000 Anwendern in den Vereinigten Staaten getestet. Danach werde das neue Facebook an eine größere Gruppe von internationalen Beta-Testern ausgerollt. Anschließend sollen die neuen Privatsphäre-Einstellungen international verfügbar sein.

Themenseiten: Big Data, Datenschutz, Facebook, Kommunikation, Networking, Soziale Netze, Telekommunikation

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