EU-Kommission setzt sich für Unabhängigkeit der ICANN ein

Die Internet-Organisation arbeitet bislang offiziell für die US-Regierung. Das Abkommen läuft am 30.September 2009 aus. Die EU-Kommission fordert für die Zeit danach eine globale Verantwortlichkeit.

Die Europäische Kommission hat dafür plädiert, die Internetbehörde ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) in eine unabhängige Organisation umzuwandeln. Bislang arbeitete die ICANN laut einem Abkommen im Auftrag der US-Regierung. Dieses Abkommen läuft am 30.September 2009 aus.

„Die ICANN steht an einem entscheidenden Punkt in ihrer Entwicklungsgeschichte“, sagte Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, am Donnerstag. „Wird sie eine wirklich unabhängige Organisation, die nur der Internet-Community verantwortlich ist? Die Europäer erwarten genau das – und dafür setzen wir uns ein. Ich appelliere an die Vereinigten Staaten, mit der EU zusammenzuarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen.“

„Das Internet wird so häufig und von so vielen Anwendern genutzt, vor allem in den Industriestaaten, zum Beispiel in der EU, dass es eine wichtige Ressource geworden ist“, so die EU-Kommission. „Jede ernsthafte Störung kann katastrophale Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft haben.“

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Laut EU-Kommission sollte die ICANN den Regierungen der ganzen Welt gegenüber verantwortlich sein. Zur Zeit sei sie aber nur der US-Regierung verantwortlich. „Die Stabilität und das Management der Rootzone-Files ist nicht nur für die US-Regierung, sondern auch für die übrigen Länder von entscheidender Bedeutung“, heißt es. Rootzone-Files sind Datenbanken, deren Daten wichtig für die Funktion des Domain-Name-System sind.

Auch bei der Überwindung der Digitalen Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sei die Verantwortlichkeit der ICANN gegenüber der ganzen Welt wichtig, so die EU-Kommission. „Die erste Milliarde von Internet-Benutzern, kam zum großen Teil aus den Industrieländern. Die ersten Entscheidungen über Organisationen und Strukturen wurden deshalb von Teilnehmern aus den Industrieländern getroffen. Was nicht verwunderlich ist. Die nächste Milliarde User wird aber aus Entwicklungsländern stammen. Deren Interessen müssen bei allen zukünftigen organisatorischen Entscheidungen berücksichtigt werden.“

Die ICANN, die ihren Sitz in Kalifornien hat, kümmert sich um so wichtige Funktionen des Internets wie die Zuweisung von Adressräumen, die Verwaltung der Top-Level-Domains und die Rootzone-Files.

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