Kazaa-Nutzerin zu 1,92 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt

In einer Neuverhandlung erkennt eine Geschworenen-Jury der RIAA 80.000 Dollar Schadenersatz pro Song zu. Jammie Thomas-Rasset soll vorsätzlich 24 Lieder über Kazaa verbreitet haben. Im ersten Prozess lag die Strafzahlung bei 220.000 Dollar.

Ein Bundesgericht im US-Bundesstaat Minnesota hat Jammie Thomas-Rasset für schuldig befunden, vorsätzlich 24 urheberrechtlich geschützte Songs über die Tauschbörse Kazaa zum Download angeboten zu haben. Die Geschworenen-Jury sprach der klagenden Recording Industry Association of America (RIAA) einen Schadenersatz von 1,92 Millionen Dollar oder 80.000 Dollar pro Song zu.

2007 hatte die RIAA ihre Klage gegen die damals 30-jährige Thomas-Rasset wegen der illegalen Verbreitung von 1702 Songs eingereicht und die Zahl später auf 24 reduziert. Die Beklagte hatte zuvor eine Einigung mit dem Verband abgelehnt. Der Fall Thomas ist der erste Prozess um Musikpiraterie in den USA.

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In der ersten Instanz hatte ein Gericht im Oktober 2007 die Beklagte zu 220.000 Dollar Schadenersatz (9250 Dollar pro Song) verurteilt. Im Mai 2008 hatte der Bezirksrichter Michael Davis mögliche Fehler in seinem Urteil eingeräumt, weil er die Geschworenen angewiesen hatte, die reine Bereitstellung von urheberrechtlich geschütztem Material als Gesetzesverstoß zu behandeln. Vier Monate später hatte er schließlich sein Urteil zurückgezogen, was zu der jetzt abgeschlossenen Neuverhandlung geführt hatte.

„Wir begrüßen die Entscheidung der Jury und dass sie den Fall genauso ernst nimmt wie wir“, sagte die RIAA-Sprecherin Cara Duckworth. „Wir freuen uns, dass die Geschworenen die Beweise anerkannt haben und die Beklagte für verantwortlich halten.“ Die RIAA habe von Anfang an versucht, den Fall mit einem Vergleich zu beenden und sei immer noch dazu bereit.

Ben Sheffner zufolge, einem Urheberrechtsbefürworter und früherem Anwalt von 20th Century Fox zufolge, der den Prozess vor Ort verfolgte, hat einer von Thomas‘ Anwälten seine Bereitschaft erklärt, einen Vergleich mit der Musikindustrie auszuhandeln. Thomas hatte schon im ersten Verfahren ihre Unschuld beteuert. Sie gab damals an, nicht einmal einen Account für die Tauschbörse Kazaa zu besitzen.

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3 Kommentare zu Kazaa-Nutzerin zu 1,92 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt

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  • Am 19. Juni 2009 um 13:32 von Asterix

    Die Spinnen die Amis!
    Manche Band wäre froh, mit einem Album so viel Geld zu verdienen. Hier verdienen erstmal die Anwälte, dann die Musikindustrie.

    Wie hoch sind die Strafen für Bankberater, die ihre Kunden schlecht beraten, was sind die Strafen für Betrüger im "realen Leben"???

    • Am 19. Juni 2009 um 13:39 von Ronny Hellner

      AW: Die Spinnen die Amis!
      Jetzt bin ich mal gespannt was mit Milliardenbetrüger Stanford passiert.

  • Am 19. Juni 2009 um 18:08 von Mocca

    Zu doof das Tool zu konfigurieren?
    die strafe ist mit dicherheit viel zu hoch, wie soll ein normaler mensch so eine geldsumme aufbringen? diese geschworenen prozesse sind sowieso ein reiner witz, da habe ich erhebliche zweifel an deren kompetenz. ausserdem, wenn sie einen nicht mögen hat man schon verloren.
    des weiteren, denke ich muss sich die angeklagte selbst durch eigenes verschulden an die nase fassen. wenn man schon filesharing betreibt sollte man auch genau wissen wie das tool funktioniert und wie die gesetzeslage aussieht. eine änderung des changefolders hätte wohl nix gekostet….

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