Blu-ray-Verkäufe können rückläufigen DVD-Absatz nicht ausgleichen

Weltweit wurden 2008 nach Zahlen von Screen Digest 482 Millionen Dollar mit Blu-ray-Videos umgesetzt. Das ist viermal so viel wie 2007. Für den Durchbruch seien jedoch stärkere Marketingaktivitäten der Anbieter notwendig.

Das britische Marktforschungsunternehmen Screen Digest hat jetzt Zahlen zum weltweiten Absatz von DVDs und Blu-ray-Discs im Jahr 2008 veröffentlicht. Laut der Untersuchung ging das Geschäft mit Videos – sowohl Verkauf als auch Verleih – weltweit um 4,8 Prozent (2,6 Milliarden Dollar) zurück. Die Verkaufszahlen von Discs schrumpften um 4,7 Prozent.

Nachdem Blu-ray den Formatstreit mit Toshibas HD-DVD-Format durch den Rückzug des japanischen Unternehmens Anfang 2008 für sich entschieden hatte, habe die Filmindustrie gehofft, Blu-ray könne die rückläufigen DVD-Erlöse ausgleichen, so die Marktforscher. Das sei Blu-ray jedoch nicht gelungen: Der Umsatz vervierfachte sich zwar weltweit auf 482 Millionen Dollar, das sei aber nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Summe entspricht nur knapp zwei Prozent der weltweiten Umsätze der Videobranche. Die Screen-Digest-Experten führen das auf uneinheitliche Marketingstrategien der Hersteller, die weltweiten Ausgabenrückgänge der Verbraucher sowie die zunehmende Popularität von legalen und illegalen Downloads sowie legalen und illegalen vorübergehenden Nutzungsmodellen zurück. Die altgedienten Videotheken gerieten dagegen immer weiter unter Druck, da ihnen die Kunden wegliefen.

Ausnahmen vom weltweiten Trend sind die in puncto Urheberrecht oft gescholtenen Länder China, Indien und Russland. Dort gaben Verbraucher 2008 im zweistelligen Prozentbereich mehr für Videos aus als 2007. Dennoch tragen die bevölkerungsreichen Länder nur vier Prozent zum weltweiten Umsatz der Branche bei – ungefähr genau so viel wie Italien.

Helen Davis Jayalath, Senior Analyst bei Screen Digest prognostiziert für Blu-ray 2009 einen Umsatzanteil von 6,9 Prozent, betont aber – wie zuvor bereits andere Branchenbeobachter – dass es zur Erreichung dieses Wertes starker Marketinganstrengungen der Anbieter bedürfe. Trotz des Interesses der Verbraucher an hochauflösenden Formaten erwartet die Anaylstin angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen frühestens 2010, dass Blu-ray zumindest minimal zu einer Umsatzsteigerung der Branche beitrage.

In Deutschland sieht die Situation für Blu-ray nach einer vom Bitkom kürzlich vorgestellten Studie des Marktforschungsinstitutes EITO freundlicher aus. Demnach soll der deutsche Markt für hochauflösende DVD-Spieler im Jahr 2009 um 113 Prozent wachsen. Die Gesamtumsätze sollen auf rund 93 Millionen Euro steigen.

Noch stärker als der Umsatz soll in diesem Jahr die Zahl der abgesetzten Geräte steigen. Nach der EITO-Prognose werden 2009 in Deutschland rund 400.000 Blu-ray-Player verkauft. Das entspricht einem Anstieg von 190 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2010 wird sich der Absatz voraussichtlich verdoppeln. Hinzu kommen nach Schätzungen der EITO rund eine Million Blu-ray-Laufwerke pro Jahr, die in Spielkonsolen und Computer eingebaut werden

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