Britische Luftwaffe verschweigt Verlust brisanter Daten

Es handelt sich um Details zu Schulden und Vorstrafen hochrangiger Offiziere. Betroffen sind rund 500 Mitarbeiter. Die Daten waren unverschlüsselt auf drei im September 2008 verlorenen Festplatten gespeichert.

Die Royal Air Force (RAF) hat den Verlust brisanter Daten von rund 500 Mitarbeitern verschwiegen. Wie die britische Tageszeitung The Guardian berichtet, handelt es sich dabei um Details zu Schulden, Bordellbesuchen, außerehelichen Beziehungen, Drogenmissbrauch oder Vorstrafen hochrangiger Offiziere. Die Daten wurden im Rahmen von Sicherheitsüberprüfungen gesammelt.

Die Informationen waren auf drei unverschlüsselten Computerfestplatten gespeichert, deren Verlust die britische Luftwaffe im September 2008 eingestanden hatte. Ursprünglich hatte die RAF aber erklärt, die Festplatten enthielten Adressen und Bankverbindungen von 50.000 Soldaten. Dem Bericht zufolge waren weder der damalige Verteidigungsminister noch der Datenschutzbeauftragte über das wahre Ausmaß des Datenverlusts informiert.

„Die Daten bieten ein ideales Ziel für ausländische Geheimdienste, Journalisten und Erpresser“, heißt es in einem internen Memo, das das Britische Verteidigungsministerium nach dem Datenverlust verfasst hatte und am Wochenende veröffentlichte. „Unsere wichtigsten Anliegen waren, die Betroffenen zu informieren und gleichzeitig keine unnötigen Informationen über die Art der verlorenen Daten preiszugeben“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums gegenüber der Tageszeitung.

Nach Angaben des Ministry of Defense gibt es bisher keine Anzeichen, dass die gestohlenen Daten missbraucht wurden. Alle Betroffenen seien in persönlichen Gesprächen über den Verlust und die möglichen Folgen informiert worden.

Seit Jahresbeginn hat das Britische Verteidigungsministerium nach eigenen Angaben 28 Notebooks, 20 Flash-Laufwerke und vier PCs als verloren gemeldet. Staatsminister Bob Ainsworth erklärte letzte Woche, seine Behörde werde jetzt Vorschriften aufstellen, um weitere Datenverluste zu verhindern und die Ausfallquote zu verringern.

Themenseiten: Big Data, Datendiebstahl

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