IBM nimmt „Stream Computing“-Software System S in Betrieb

Die Lösung wertet unstrukturierte Daten aus. Dazu zählen E-Mails ebenso wie Wetterberichte oder Messergebnisse. Die Preise beginnen bei 100.000 Dollar.

IBM hat seine Software-Plattform System S öffentlich eingeführt. Die Lösung, in der fünf Jahre Forschung stecken, analysiert große Mengen unstrukturierter wissenschaftlicher oder geschäftlicher Daten in Echtzeit. IBM nennt die dahinterstehende Technologie „Stream Computing“, da sie sich mit Datenströmen befasst.

Gleichzeitig mit System S wurde diese Woche das „European Stream Computing Center“ in Dublin eröffnet, das Forschung, Kundenbetreuung und Tests rund um Stream Computing übernimmt. IBM bezeichnet System S als seine Antwort auf die zunehmende Datenflut durch unstrukturierte Daten wie Webseiten, E-Mails, Videos und Aufzeichnungen von Sensoren aller Art. System S kann damit laut IBM ebenso umgehen wie mit Daten, die strukturiert in einer Datenbank liegen.

Als Beispiele für Daten, die System S analysieren kann, nennt IBM Aktienpreise, Verkaufszahlen und Wetterberichte. Zielgruppe von System S sind Finanzinstitute, Regierungseinrichtungen, große Handelsunternehmen und andere Organisationen.

Die englischsprachige Version ist derzeit nur direkt von IBM erhältlich. Sie kostet etwa 100.000 Dollar für eine Installation auf zwei Servern. Für ein großes Cluster beträgt der Preis mehrere Millionen Dollar.

System S kommt derzeit in einer Reihe von Pilotprojekten zum Einsatz, unter anderem an der Universität Uppsala im schwedischen Institut für Weltraumphysik. Dort analysiert die Lösung, wie Wellen aus dem All die Energieübertragung per Stromkabel, Funkverbindungen, Fernsehsignale sowie die Luft- und Raumfahrt stören.

In Irland werten Meeresforscher akustische Daten unter Wasser mit System S aus, während eine Firma namens TD Securities damit ein System entwickelt, das vollautomatisch mit Aktien handeln kann. An der Universität von Ontario analysiert die IBM-Lösung medizinische Daten von Frühgeborenen.

Für Stream Computing hat IBM eine eigene Programmiersprache namens „Stream Processing Application Declarative Engine“ (SPADE) entwickelt. Sie läuft unter anderem auf Serverclustern, Mehrkern-Architekturen und Cell-Prozessoren.

In anderen Sprachen als Englisch wird System S erst 2010 veröffentlicht werden. Dann liefert es IBM auch über Vertriebspartner aus.

Themenseiten: Business, Software, Supercomputing

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