Google macht seine Cloud-Angebote unternehmenstauglicher

Um es für Firmen interessanter zu machen, hat Google sein als App Engine bezeichnetes Cloud-Computing-Angebot um eine ganze Reihe neuer Features erweitert. ZDNet untersucht, was sie bringen - und was noch fehlt.

Google hat kürzlich für die Google App Engine (GAE) neben Java-Support einige andere Features vorgestellt, die speziell für Firmen interessant sind. Damit unterstrich der Internetgigant sein Interesse, auch große Firmen und Konzerne für seine Cloud-Computing-Angeboten gewinnen zu wollen. Ein guter Zeitpunkt also, die Neuerungen im Detail zu betrachten und zu analysieren, was GAE Firmen heute bieten kann, aber auch zu untersuchen, was dem Angebot auf dem Weg in Unternehmen noch fehlt.

Googles Cloud-Computing-Palette ist groß. Sie reicht von Suche in unterschiedlichen Ausprägungen bis zu zahlreichen SaaS-Produkten. Google ist damit deutlich breiter aufgestellt und technologisch weiter fortgeschritten als traditionelle Software-Anbieter für Unternehmen, etwa Microsoft, IBM, Oracle und SAP.

Dennoch tut sich der Suchanbieter im Geschäft mit großen Unternehmen schwer. Das könnte sich durch das derzeit rasch wachsende Interesse an Cloud-Computing ändern – vorausgesetzt, Google gelingt es, seine Stärken (technische und betriebswirtschaftliche) richtig auszuspielen. Für Firmen muss ein ansprechendes Paket entstehen, von dem sie sich Kostensenkungen, mehr Flexibilität und effektive Unterstützung beim Übergang zur Computernutzung der Zukunft versprechen.

Die gute Nachricht für Google ist, dass von den vier erwähnten Softwareanbietern augenblicklich nur Microsoft (mit Azure) ein glaubwürdiges und marktfähiges Cloud-Angebot vorweisen kann. Aber IBM und Oracle werden sicher bald folgen. Der Türöffner für Google ist derzeit dennoch, dass es etwas anbieten kann, nach dem Firmen suchen und das die Konkurrenz so noch nicht im Programm hat. Der Nachteil ist, dass Googles Angebot recht unübersichtlich ist.

Das kommt daher, dass GAE ursprünglich ein auf Privatanwender und Web-Anwendungen ausgerichtetes Cloud-Computing-Konzept war. Das Augenmerk seiner Entwickler lag vor allem auf Performance und Skalierbarkeit, weniger auf einem businesstauglichen Funktionsumfang. Vorbildlich war und ist GAE dadurch, dass seine Programmierer Cloud-Computing mit konsequentem Minimalismus angingen – auch wenn dahinter in erster Linie der Gedanke stand, Vorteile bei der Geschwindigkeit zu erzielen.

Aus Sicht von Unternehmen ist GAE bisher aber mit einigen Nachteilen behaftet. Beispielsweise setzte sie Anpassungen hinsichtlich der Programmiersprache (Python), der verwendeten Datenbank (proprietäre Lösung) und dem Abfrageverhalten von Anwendungen voraus. Zwar scheint Google diese Grundvoraussetzungen auch mit den jüngsten Ergänzungen nicht komplett aufzugeben. Es kamen aber einige Fähigkeiten und Technologien hinzu, die von Firmen für Cloud-Computing benötigen werden und die zeigen, dass sich Googles im Entstehen befindliche Plattform dafür einer größeren Bandbreite an Anwendungen öffnet. Google macht damit einen großen Schritt in Richtung Unternehmenseinsatz. Es bleibt aber dennoch einiges zu tun.

Themenseiten: Amazon, Cloud-Computing, Google, IT-Business, Strategien, Technologien

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