Sony Ericsson weitet nach erneuten Verlusten Sparprogramm aus

Der Fehlbetrag beläuft sich im ersten Quartal auf 293 Millionen Euro. Bis Mitte 2010 sollen die jährlichen Kosten nochmals um 400 Millionen Euro reduziert werden. Weitere 2000 Mitarbeiter müssen gehen.

Sony Ericsson hat im ersten Geschäftsquartal 2009 (bis 31. März) erneut Verluste hinnehmen müssen. Nachdem der Handyhersteller im Vorquartal ein Minus von 187 Millionen Euro verzeichnet hatte, belief sich der Fehlbetrag im ersten Vierteljahr 2009 auf 293 Millionen Euro. Der Umsatz ging gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 36 Prozent von 2,702 auf 1,736 Milliarden Euro zurück.

Wie Sony-Ericsson-Präsident Dick Komiyama bei der Vorstellung der Bilanz ankündigte, wird das schwedisch-japanische Gemeinschaftsunternehmen sein Sparprogramm nochmals ausweiten. „Bis Mitte 2010 wollen wir unsere Kosten jährlich um weitere 400 Millionen Euro reduzieren.“

Das ursprüngliche Sparprogramm hatte jährliche Einsparungen in Höhe von 300 Millionen Euro bis zur Jahresmitte 2009 vorgesehen. Darin war auch der Abbau von 2000 Stellen inbegriffen, der inzwischen abgeschlossen ist. Im Januar hatte Sony Ericsson angekündigt, seine jährlichen Kosten nochmals um 180 Millionen Euro zu senken. Die jüngsten Sparmaßnahmen schließen auch die Entlassung von weiteren 2000 Mitarbeitern ein. Die Restrukturierungskosten schätzt das Unternehmen insgesamt auf 500 Millionen Euro.

Von Januar bis März setzte Sony Ericsson 14,5 Millionen Endgeräte ab, was einem Minus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr (22,3 Millionen) entspricht. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Mobiltelefon (Average Selling Price, ASP) lag bei 120 Euro. Im Vorquartal sowie im ersten Quartal 2008 hatte der ASP 121 Euro betragen.

Der Vorsteuerverlust belief sich im ersten Vierteljahr inklusive Restrukturierungskosten auf 370 Millionen Euro und lag damit im prognostizierten Bereich zwischen 340 und 390 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte das Unternehmen noch einen Vorsteuergewinn von 193 Millionen Euro erzielt.

Der hinter Nokia, Samsung und LG viertgrößte Handyhersteller der Welt macht für das schlechte Ergebnis vor allem eine anhaltend schwache Nachfrage und einen Lagerabbau im Einzelhandel sowie in den Vertriebskanälen verantwortlich. Sony Ericsson geht davon aus, dass der branchenweite Handy-Absatz im Jahr 2009 mindestens zehn Prozent unter den 1,19 Millionen des Vorjahres liegen wird. Bisher hatte der Konzern nur einen halb so starken Rückgang erwartet.

Themenseiten: Business, Quartalszahlen, Sony Ericsson

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