Suns Weg zum Software-Konzern

Eigentlich bietet Sun schon immer Software an. Mit dem Kauf von My SQL vor einem Jahr bekam der Bereich aber mehr Gewicht. Das Unternehmen begann, sich grundlegend zu verändern. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Sun Microsystems – da denken viele immer noch an den Server im Bankenrechenzentrum. Das ist einerseits ein Glück für das Unternehmen, wird es dadurch doch als ernstzunehmender Anbieter im Markt wahrgenommen und respektiert. Andererseits ist es aber auch ein Hemmschuh, denn schließlich hat man inzwischen auch ganz andere Angebote und Ziele. Beispielsweise das, der weltweit größte Open-Source-Konzern zu werden.

Um zu zeigen, dass dies nicht nur Wunschdenken ist, hat Sun die Ergebnisse des zweiten Quartals seines Geschäftsjahres 2009 erstmals nach Kategorien aufgeschlüsselt – was durchaus interessante Rückschlüsse zulässt. Einer davon ist, dass die Softwareumsätze bei Sun ansehnlich zulegen – auch wenn sie im Augenblick die Rückgänge beim Umsatz mit Servern und Storage noch nicht ausgleichen können. Aber schließlich hat der Konzern noch rund drei Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Das dürfte reichen, um zumindest eine begrenzte Durststrecke durchzustehen.

Donatus Schmid, Sprecher der Geschäftsleitung von Sun Deutschland, erklärt im ZDNet-Interview, wie sein Unternehmen sich auf dem Weg zum Software- und Open-Source-Konzern wandelt (Bild: Sun Microsystems).
Donatus Schmid, Sprecher der Geschäftsleitung von Sun Deutschland, erklärt im ZDNet-Interview, wie sein Unternehmen sich auf dem Weg zum Software- und Open-Source-Konzern wandelt (Bild: Sun Microsystems).

Am Ende dieser Durststrecke hofft Sun wahrscheinlich, dass sich die verschiedenen Open-Source-Geschäftsmodelle so weit durchgesetzt haben, dass man mit dem tatsächlich beeindruckend breiten Portfolio einen großen Teil des Marktes besetzen kann – lange, bevor die alten Rivalen IBM und Microsoft vergleichbar gut aufgestellt sind.


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1 Kommentar zu Suns Weg zum Software-Konzern

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  • Am 28. April 2009 um 9:58 von Mr.Right

    Etwas mehr Details bitte!
    Wenn Sie es schon ansprechen, wäre es ja recht sinnvoll gewesen, dass Sie den Umsatz auf das Produktportfolio verteilt auch darstellen.
    Auf der anderen Seite wäre es ganz interessant zu erfahren unter welchen speziellen Lizenzen sich das Softwareportfolio befindet.

    Meines Wissens nach steht zumindest Open Office unter GPL, d.h. man wird dort nie irgendwelche Lizenzkosten eintreiben können. Es ist also fraglich warum man mit dem hausinternen Produkt Star Office meint, irgendwelche nennenswerten Einnahmen erzielen zu können.

    Genau so verhält es sich doch auch mit MySql. Das wurde seit eh und je im hart umkämpften Webhostermarkt eingesetzt, gerade weil es kostenlos ist (der Aspekt GPL spielt da sogar weniger einer Rolle) und weil die Kundschaft wohl auch nicht gerade professionelle Ansprüche an der Funktionsvielfalt hat. Ich frage mich deshalb schon, wie man bei MySql – wovon es ja auch noch einige Forks gibt – irgendwie nennenswerte Lizenzkosten erzielen möchte.

    Und wie genau sieht das denn mit Java aus? Ist das nun auch GPL? Die nächste Version soll ja schon unter GPL entwickelt werden. D.h. neben einem Mitspracherecht bei der Entwicklung und das Recht an der Marke Java wird man wohl aber sonst auch keine Lizenzkosten sehen.

    Und jetzt frage ich mich echt, ob Oracle wirklich an einem Produktportfolio interessiert wäre, dass angeblich zu einem Großteil unter GPL stehen soll.

    Ich glaube auch nicht, dass ein Open Source Modell für einen international tätigen IT-Riesen wie SUN auch tragfähig ist. Das ist schon etwas anderes, ob man mal einige zehntausende Angestellte bezahlen muss und nebenbei noch viele Divisionen sowie Forschung/Entwicklung mit Budgets ausstatten muss.

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