Intel stellt Nehalem-Prozessor für 2P-Systeme vor

Die neuen CPUs kommen in Servern und High-End-Workstations zum Einsatz. Es können normale DDR3-Module genutzt werden. Der Technologievorsprung von AMD schwindet.

Intel hat gestern neue Xeon-Prozessoren auf Basis der Nehalem-Architektur vorgestellt. Die Nehalem EP genannten Prozessoren sind für 2P-Systeme vorgesehen. Sie sollen in Servern und High-End-Workstations zum Einsatz kommen. Wie ihre Desktop-Pendants verfügt jede CPU über vier Cores und acht Hardware-Threads.

Anstelle eines parallelen Frontsidebusses wird Intels Quickpath-Technologie (QPI) zur Verbindung der beiden Prozessoren untereinander und mit der Northbridge (IOH) verwendet. QPI nutzt wie Hypertransport ein moduliertes Signal und benötigt weniger physikalische Leitungen.

Die neuen Xeon-Modelle haben den Speichercontroller auf der CPU integriert. Unterstützt wird jede Form von DDR3-RAM. Anders als bisherige Xeon-CPUs müssen nicht zwangsweise Registered-Module oder FB-DIMMs verwendet werden. „Normale“ DDR3-Bausteine mit oder ohne ECC sind ausreichend. Da es sich um zwei Triple-Channel-Controller handelt, sollte Speicher immer mit 6, 12 oder 18 Modulen bestückt werden.

Die maximale DRAM-Geschwindigkeit nimmt bei steigender Anzahl der Module ab. Bei sechs Modulen lassen sich Bausteine mit bis zu 1333 MHz verwenden, bei 12 Modulen sind es 1066 MHz und bei 18 Modulen nur noch 800 MHz. DDR3-Bausteine sind jedoch mit bis zu 32 GByte pro DIMM verfügbar. Einige Hersteller von Nehalem-EP-Systemen haben den Formfaktor ihrer Boards noch nicht der neuen Architektur angepasst. So bietet Apples Mac Pro vier Memory-Steckplätze pro CPU. Maximalgeschwindigkeit erreicht man allerdings nur mit drei oder sechs Slots.

Mit den neuen CPUs holt Intel im 2P-Bereich einen technologischen Rückstand beim Speicherdurchsatz auf. Ebenso verbessert sich Intel im Bereich Power-Management. Wie bei AMD-Opteron-CPUs lassen sich jetzt nicht benötigte Cores heruntertakten oder nahezu ganz abschalten.

Zur besseren Virtualisierungsunterstützung verfügen Intels neue CPUs über Extended Page Tables (EPT) und virtuelle Prozessor-IDs. Beim wahlfreien Speicherzugriff zeigen die neuen CPUs eine Leistung von über 90 Prozent des nativen Betriebs. AMDs Konkurrenztechnologie RVI fällt hingegen mehr als 50 Prozent ab, wie der Microbenchmark memsweep zeigt, den ZDNet durchgeführt hat.

Mit den neuen CPUs kann Intel die technologische Lücke gegenüber AMD für 2P-Systeme voll und ganz schließen. Die für den 4P- und 8P-Bereich vorgesehenen Modelle „Nehalem EX“ erscheinen voraussichtlich erst im 4. Quartal 2009.

Hersteller von High-End-Workstations stoßen mit ihren neuen Nehalem-EP-Systemen an lizenzrechtliche Grenzen. Die neuen Dell-Modelle der Reihe Precision lassen sich bis 192 GByte aufrüsten. Windows Vista Ultimate erlaubt jedoch nur 128 GByte. Ob und wann Microsoft die Policy „128 Gigabytes ought to be enough for anybody“ aufgeben will, ist nicht bekannt.

Themenseiten: Chipsätze, Hardware, Intel, Nehalem, Prozessoren

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