Business Intelligence: 2009 wird das Jahr der Wahrheit

Für den Business-Intelligence-Markt war 2008 eine Übergangsphase. Dieses Jahr achten Firmen verstärkt auf die Anschaffungskosten. Außerdem muss sich zeigen, was die Tools bei schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen wert sind.

Es ist erst etwas mehr als ein Jahr her, dass SAP die Übernahme von Business Objects und IBM den Kauf von Cognos abgeschlossen haben. Die beiden übernommenen Firmen waren bis dahin die maßgeblichen Anbieter im Business-Intelligence-Markt: Sie bestimmten sowohl technologisch als auch ideologisch, wohin sich das Segment entwickelt. Ihr Aufgehen in größeren Firmen schien – zusammen mit der Integration von Hyperion in Oracle sechs Monate zuvor – das Ende der BI-Plattformen als alleinstehende Lösungen zu markieren: Viele Beobachter glaubten zunächst nicht mehr daran, dass BI-Lösungen künftig noch nach technologischen Auswahlverfahren angeschafft werden.

Diese Prognose trat nur teilweise ein. Zwar stellt Gartner jetzt rückblickend fest, dass sich 2008 Investitionsentscheidungen in BI-Plattformen stärker an strategische Sourcing-Überlegungen anlehnten und dass auch mehr darauf geachtet wurde, Gesamtlösungen aus einem Guss zu schaffen. Außerdem seien die ohnehin schon bestehenden Beziehungen der Käufer zu Anbietern von Standard- oder Infrastruktursoftware wichtiger geworden. Andererseits stellen die Marktforscher aber auch eine ungebrochene Nachfrage nach unabhängigen BI-Plattformen fest.

Für das gleichzeitige Auftreten dieser gegenläufigen Entwicklungen führt Gartner mehrere Gründe an. So habe sich zum Beispiel die Sicht der Unternehmen auf BI – und damit auch ihr Kaufverhalten – verändert. Die einen sehen BI nun als Erweiterung ihrer Middleware und verlangen die Integration in sehr heterogene Datenstrukturen und Anwendungslandschaften. Die anderen entwickeln eine starke Neigung dazu, BI als eine integrierte Funktion in den Software-Stack und die Standardsoftware eines Anbieters zu sehen.

Diese nicht besonders überraschende Erkenntnis bestimmt auch das Verhalten der Anbieter. Als eine Konsequenz der drei großen Übernahmen sieht Gartner, dass IBM, SAP und Oracle derzeit vorwiegend damit beschäftigt seien, die erworbenen Technologien in ihr Portfolio zu integrieren. Diese Integration bestimme die neuen Releases und die weitere Roadmap.

Gleichzeitig sähen sich alle drei Branchenriesen vor die Aufgabe gestellt, den schwierigen Balanceakt zwischen der Optimierung ihrer BI-Plattformen für die Zusammenarbeit mit den eigenen Produkten und einer ausreichenden Offenheit zu bewältigen. Denn funktioniert zu viel nur mit den restlichen eigenen Programmen, könnten Kunden mit heterogenen Umgebungen abwandern. Echte Innovation bleibt laut Gartner zumindest bei den drei Großen derzeit auf der Strecke – was unabhängigen Anbietern die Chance biete, zu glänzen.

Themenseiten: Analysen & Kommentare, Business Intelligence, Cognos, IBM, IT-Business, Microsoft, Oracle, QlikTech

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