CeBIT 2009: die neue Sachlichkeit in Hannover

Das war die CeBIT im Zeichen der Wirtschaftskrise: weniger Besucher und weniger Klimbim, dafür mehr Sach- und Fachthemen. Veranstalter und Aussteller zeigten sich am Ende verhalten optimistisch - garantiert wiederkommen wollte aber nur ein Besucher.

Der erste Messetag verhieß nichts Gutes: Die Straßenbahn auf dem Weg zum Messegelände war ungewohnt leer, die üblichen Staus auf den Messe-Zubringern blieben aus, und auf der Messe selbst verloren sich die wenigen Besucher in den Weiten der Hallen. Aber schon am zweiten Messetag schien Business as usual zu herrschen. Die Hallen des hannoverischen Messegeländes waren zwar nicht überfüllt, von einer Besucherflaute konnte man aber auch nicht sprechen. Ja, manche Gänge waren sogar wie zu besten CeBIT-Zeiten regelrecht verstopft.

Doch der Anschein trog: 20 Prozent weniger Besucher als im vergangenen Jahr fanden dieses Jahr den Weg in Niedersachsens Hauptstadt. Es fiel nur nicht so auf, weil die Ausstellungsfläche ebenfalls um rund 20 Prozent geschrumpft war. Nur 4300 Aussteller haben sich für eine Präsenz auf der CeBIT 2009 entschieden: Im Vorjahr waren es 5845 gewesen.

Aussteller vermelden volle Auftragsbücher

Allerdings ist die Besucherzahl nur bedingt ein Indikator für den Erfolg einer Messe. Viel wichtiger für die die Aussteller ist, ob sie den erhofften Umsatz machen. Und da sah es trotz Wirtschaftskrise gar nicht so schlecht aus. Dazu Ernst Raue, CeBIT-Vorstand der Deutschen Messe AG, am Sonntag in Hannover: „Ein Großteil der 4300 Unternehmen aus 69 Ländern hat auf der CeBIT neuen Mut gefasst. Viele Aussteller und Besucher verlassen Hannover mit neuer Hoffnung, vollen Auftragsbüchern und einer soliden Basis für neues Geschäft.“

In der Tat herrschte bei den meisten Ausstellern schon während der Messe verhaltener Optimismus. Quer durch alle Sparten war man sich einig, dass die Unternehmen einem gewaltigen Investitionsdruck in IT-Produkte und Dienstleistungen unterliegen. Die Hard- und Softwarebestände sind veraltet und Investitionen in „grüne“, betriebskostensenkende Technologien überfällig.

Banken verhindern Investitionen

Allerdings hat so mancher Anbieter mit den Tücken der Kreditkrise zu kämpfen, auch wenn seine Kunden gerne kaufen würden. So zeigten sich viele Vertriebsmanager auf der Messe enttäuscht über die trotz staatlicher Garantien und Geldgeschenke mehr als verhaltene Kreditvergabe der Banken. Denn viele Unternehmen würden gerne investieren, bekommen aber von den Banken keine Finanzierung.

Aber die Hoffnung stirbt wohl zuletzt, und so zeigte sich Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer optimistisch: „Die CeBIT hat ihr Versprechen gehalten und in einem schwierigen Jahr für Aufbruchstimmung gesorgt. Viele der Unternehmen fahren mit vollen Auftragsbüchern nach Hause. Das ist genau der Impuls, den sich unsere Branche erhofft hat.“

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