Spansion meldet in den USA Insolvenz an

Die Schuldenlast des Speicherherstellers beträgt 2,4 Milliarden Dollar. CEO John Kispert kündigt Umstrukturierungsmaßnahmen an. Die japanische Niederlassung des Unternehmens steht bereits seit Anfang Februar unter Gläubigerschutz.

Der Speicherhersteller Spansion hat bei einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Wie der Nachrichtensender Bloomberg berichtet, stehen Vermögenswerten in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar Schulden von 2,4 Milliarden Dollar gegenüber. Seinen 65 größten Gläubigern schuldet Spansion alleine 951,1 Millionen Dollar.

Den bei Gericht eingereichten Unterlagen zufolge macht Spansion ein seit 2007 bestehendes Überangebot im Flash-Markt für einen Preisverfall im Bereich Speicherchips verantwortlich. Darüber hinaus hätten der starke Rückgang der Nachfrage im vierten Quartal 2008 und die Kreditkrise zur Zahlungsunfähigkeit geführt.

Nach Auskunft von CEO John Kispert will Spansion nun Umstrukturierungsmaßnahmen einleiten und sich auf profitable Geschäftsbereiche konzentrieren. Dazu gehören Embedded-Flash-Produkte, Wireless-Chips und die Nutzung von Patenten durch Lizenzvergaben. Bereits Ende Februar hatte Spansion den Abbau von rund 3000 Arbeitsplätzen weltweit angekündigt.

Spansion war 2006 aus einem Joint Venture zwischen AMD und Fujitsu
hervorgegangen. Schon Anfang Februar hatte die japanische Tochter des Unternehmens, Spansion Japan Ltd, ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt und Gläubigerschutz in Japan beantragt. Andere Niederlassungen des Unternehmens außerhalb der USA und Japans sind nach Auskunft von Spansion nicht von der Insolvenz betroffen.

Die Wirtschaftskrise hat die Hersteller von Speicherchips hart getroffen. Micron Technology hatte in der letzten Woche weitere 2000 Arbeitsplätze gestrichen. Der ebenfalls insolvente deutsche Speicherhersteller Qimonda ist weiterhin auf der Suche nach Investoren und Krediten, um seine Schließung zu verhindern.

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