Studie: Open Source blüht in Berlin auf

Erstmals liegen repräsentative Zahlen zur Branchenstruktur im Berliner Open-Source-Sektor vor. 80 Prozent der befragten Firmen rechnen mit einem Wachstum. 51 Prozent möchten weitere Mitarbeiter einstellen.

80 Prozent der im Open-Source-Umfeld in der Region Berlin beschäftigten Firmen erwarten laut einer Studie der TSB Innovationsagentur Berlin zum Potenzial von Open-Source-Software auch in diesem Jahr eine Umsatzsteigerung. Die Hälfte der Unternehmen schätzt die Steigerung auf über 16 Prozent pro Jahr, 51 Prozent möchten weitere Mitarbeiter einstellen. Außerdem geben die Befragten für die Berliner Open-Source-Software-Branche insgesamt optimistischere Prognosen ab als für die Branche im Bundesdurchschnitt.

Die TSB Innovationsagentur Berlin schätzt, dass in der Hauptstadtregion derzeit rund 500 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbände mit einem Gesamtumsatz von rund 150 Millionen mit Open Source Hintergrund angesiedelt sind. 150 davon beteiligten sich an der Onlineumfrage zu den Potenzialen von Open-Source-Software.

Über die Hälfte davon sind Klein- und Kleinstunternehmen mit weniger als sechs Mitarbeitern. Die künftige Entwicklung der Mitarbeiterzahl schätzen die Unternehmen jedoch überaus positiv ein: 51 Prozent möchten weitere Mitarbeiter einstellen.

Hauptgeschäftsfelder der befragten Unternehmen sind Webentwicklung und Open-Source-Softwareentwicklung: Über 50 Prozent der Alleinunternehmer und der kleinen Unternehmen sind in diesen Bereichen tätig. Hardwareentwicklung mit Open-Source-Komponenten, vorrangig für sogenannte „Embedded Systems“, betreiben dagegen nicht einmal zehn Prozent. TSB begründet das damit, dass Berlin nur über einen geringen Industrieanteil verfüge.

Die Neigung untereinander und mit Forschungseinrichtungen zu kooperieren, ist mit 68 Prozent der Antworten insgesamt sehr hoch. Allerdings fällt die Zusammenarbeit in Marketing- und Vertriebsaktivitäten mit 28 Prozent überraschend niedrig aus. Dies sei umso erstaunlicher, da die Unternehmen nach eigenen Angaben insbesondere unter „anhaltenden Vorurteilen“ und „fehlender politischer Unterstützung“ zu leiden haben.

Die TSB Innovationsagentur Berlin sieht daher ihre Aufgabe künftig darin, die Anbieter von Open Source Produkten und Dienstleistungen stärker zu vernetzen und die Nachfrage im öffentlichen Bereiche und darüber hinaus zu stimulieren. Das größte Kundenpotenzial für Open-Source-Software sehen die Autoren der Studie für die Hauptstadtregion im Bereich Public Sector und Public Services.

Deutsche Unternehmen liegen nach Angaben von TSB im weltweiten Vergleich hinter Frankreich auf Platz zwei. Im Nachbarland verzeichnet besonderes die Region Paris aufgrund staatlicher Initiativen ein starkes Wachstum des Geschäfts mit Open Source. In Deutschland sind in der Hauptstadtregion Berlin rund 40.000 Menschen in über 3000 meist mittelständischen IKT-Unternehmen beschäftigt.

Themenseiten: Business, Linux, Marktforschung, Mittelstand, Open Source, Software, Studie

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