Fujitsu verkauft Festplattenproduktion an Toshiba

Die Übernahme soll Toshibas Position bei kleinen Festplatten und im Unternehmensbereich stärken. Dazu ist eine Kombination von Toshibas NAND-Flash-Technologie mit Fujitsus Festplattentechnologie geplant.

Toshiba übernimmt die Festplattensparte von Fujitsu. Die Transaktion soll noch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009 abgeschlossen werden. Toshibas Ziel ist es, durch die Übernahme das Festplattengeschäft deutlich auszubauen: Im Jahr 2015 ist ein Marktanteil von 20 Prozent anvisiert.

Um den Transfer zu Toshiba zu erleichtern, will Fujitsu seine gesamten Festplatten-Aktivitäten in einer neuen Firma zusammenfassen. Toshiba wird dann 80 Prozent dieser Firma übernehmen und sie so zu einer Tochtergesellschaft der Toshiba-Gruppe machen. Die restlichen 20 Prozent sollen für eine Übergangszeit im Besitz von Fujitsu verbleiben. Finanzielle Details wurden nicht bekannt gegeben.

Toshiba verspricht sich von dem Deal eine Stärkung seiner Position im Markt für kleine Festplatten (2,5 Zoll und kleiner), wie sie in Notebooks, mobilen Endgeräten sowie in der Automobilbranche und für Unterhaltungselektronik benötigt werden. Außerdem hofft Toshiba, im Markt für Server und Speichersysteme für Unternehmen einen Fuß in die Tür zu bekommen. In einem zweiten Schritt soll davon auch das Geschäft mit Solid State Drives (SSD) profitieren, denn Toshiba plant, die eigene NAND-Flash-Technologie mit Fujitsus Festplattentechnologie zu kombinieren.

Gerüchte über den Verkauf des defizitären Fujitsu-Geschäftsbereichs kursieren schon länger. Beispielsweise hatte die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei im Oktober 2008 gemeldet, dass ein Deal mit Western Digital unmittelbar vor dem Abschluss stehe. Neue Nahrung erhielten sie durch die vollständige Aufgabe der Produktion von Festplattenköpfen Ende Januar. Der Schritt wurde als Vorbereitung eines Verkaufs gesehen.

Im Silicon Valley war auch darüber spekuliert worden, ob nicht alternativ Fujitsu, Hitachi und Toshiba ein Joint Venture gründen, in dem sie ihre Festplatten-Units gleichberechtigt einbringen. Anstoß für diese Überlegungen waren Informationen, dass Hitachi sich beim Verkauf seines ebenfalls Verlust schreibenden Festplattenbereichs nicht durchringen könne, eine Mehrheit an den amerikanischen Finanzinvestor Silver Lake abzugeben, und eine „japanische“ Lösung bevorzuge. Diese Option ist nun zwar unwahrscheinlicher geworden, aber noch nicht ganz vom Tisch.

Test
Jetzt ist es amtlich: Toshiba übernimmt nun doch die bereits seit langem defizitäre Festplattenproduktion von Fujitsu (Bild: Fujitsu).

Themenseiten: Business, Fujitsu, Hardware, SSD, Toshiba, Übernahmen

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