Neue Analyse des Marktpotenzials gebrauchter Software

Die auf den Mittelstand spezialisierte Unternehmensberatung MSG hat den deutschen Markt für gebrauchte Software intensiv untersucht. Ihr Fazit: Das Segment steckt zwar noch in den Kinderschuhen, hat aber enormes Potenzial.

Bis vor ein paar Jahren war für Softwareanbieter die Welt noch in Ordnung: Software kauften zumindest gewerbliche Nutzer grundsätzlich vom Hersteller direkt oder über den Handel. Von Zeit zu Zeit – oft dann, wenn es der Hersteller und nicht der Kunde für nötig hielt – ersetzte ein neues Release die Software. Die Vorgängerversion wurde nicht weiter genutzt. Eine Verwertung der Software, wie etwa bei gebrauchten Autos, fand nicht statt.

Das hat sich gründlich geändert. Seit fast fünf Jahren werde schon aggressiv um Kunden um Software aus zweiter Hand geworben, stellt die Münchner Unternehmensberatung MSG in einem aktuellen Bericht fest. Fast ebenso lange dauere der Streit um die Rechtmäßigkeit des Handels mit gebrauchter Software. Er ist für viele potenzielle Kunden der Gebrauchtsoftwarehändler inzwischen fast nicht mehr zu durchschauen, da er auf verschiedenen Instanzen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Akteuren geführt wird. Die Unternehmensberatung hat daher den Markt in Deutschland und in anderen europäischen Ländern auf den aktuellen Status, das künftige Potenzial und die rechtliche Situation hin untersucht.

Trotz der medialen Aufmerksamkeit hätten sich in Deutschland auf dem Markt für gebrauchte Software bislang nur wenige Anbieter nachhaltig etablieren können, heißt es in ihrem Bericht. Allen sei gemeinsam, dass sie kleine Handelsunternehmen seien, die sich über den Verkauf von gebrauchter Software definierten. Firmen, die dieses Geschäft lediglich nebenher betreiben, sowie Tochterfirmen großer Handelshäuser oder gar Hersteller seien nicht vertreten. Ziehe man die Firmen mit weniger als fünf Mitarbeitern ab, bleiben lediglich vier übrig: Preo Software, Susen Software, U-S-C und Usedsoft.

Gehandelt wird laut MSG hauptsächlich mit Software von Microsoft, insbesondere Betriebssystemen und Office-Paketen. In den letzten zwei Jahren hat sich der Handel mit gebrauchter Software jedoch zunehmend auf andere Produkte ausgeweitet. Beispielsweise bietet Usedsoft mittlerweile auch Software von Adobe, IBM und SAP an, Susen Software hat sich neben Microsoft-Produkten zusätzlich auf SAP-Anwendungen spezialisiert.


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Themenseiten: Analysen & Kommentare, IT-Business, Mittelstand, Strategien, Susensoftware, Usedsoft

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