Fear, Uncertainty and Doubt: das Geschäft mit der Angst

Was wäre wohl das Schlimmste für einen Antiviren-Hersteller? Ganz einfach, das Schlimmste wäre ein Szenario, in dem Benutzer keine Angst mehr vor Malware haben. Dann ließen sich keine Antiviren-Abonnements mehr verkaufen. Deshalb ist es wichtig, die Angst aufrechtzuerhalten. Dies macht man, indem man das verbreitet, was im englischen Sprachraum "Fud" heißt und die Abkürzung für Fear, Uncertainty and Doubt ist.

Was wäre wohl das Schlimmste für einen Antiviren-Hersteller? Ganz einfach, das Schlimmste wäre ein Szenario, in dem Benutzer keine Angst mehr vor Malware haben. Dann ließen sich keine Antiviren-Abonnements mehr verkaufen. Deshalb ist es wichtig, die Angst aufrechtzuerhalten. Dies macht man, indem man das verbreitet, was im englischen Sprachraum „Fud“ heißt und die Abkürzung für Fear, Uncertainty and Doubt ist.

Typischer Fud, der von Antiviren-Herstellern verbreitet wird, ist die Warnung vor bestimmten Feiertagen, etwa „A GmbH warnt vor gefälschten Nikolaus-Mails“. Das schürt Ängste, hat aber keinen Informationswert, da es ohnehin klar ist, dass Mails mit dem Nikolaus oder Weihnachtsmann als Absender ohnehin „gefälscht“ sind.

Die neueste Fud-Kampagne richtet sich jetzt gegen Netbooks. Sie seien besonders anfällig für Malware und ein großes Risiko. Da stellt sich natürlich die Frage, wieso Netbooks anfälliger sein sollen als Notebooks oder Desktops.

In einem Artikel der Agentur Reuters klingen die Begründungen erwartungsgemäß wenig überzeugend. Sam Yen, Marketing-Manager bei Symantec, argumentiert, dass das Internet unabhängig vom verwendeten Computer voller Gefahren sei. Netbooks würden jedoch hauptsächlich dazu benützt, im Internet zu surfen. Das sei der Grund für die hohe Gefahr.

Weiter ist zu lesen, dass Netbooks vorwiegend von „Internet-Einsteigern“ genutzt werden, die wenig Erfahrung mit Security haben. Im selben Absatz kann man lesen, dass viele Benutzer die Security-Software ausschalten, um mehr Performance erzielen. Das passt nicht zusammen. Einsteiger, die keine Ahnung haben, schalten die Security ab. Für mich klingt das wenig plausibel.

In der Tat ist es bald so weit, dass man auf Antiviren-Software vollends verzichten kann, denn die Erkennungsraten nehmen stetig ab. Nach einer Studie (PDF) von Damballa dauert es im Durchschnitt 54 Tage, bis Antivirensoftware in der Lage ist, eine neu erschienene Malware zu erkennen. In Einzelfällen dauert es mehr als 180 Tage.

Die Verbreitung von Fud über den Modeformfaktor Netbook und andere lohnenswerte Marktsegmente könnte bald vergebens sein, wenn man sich fragen muss, was die Produkte der etablierten Anbieter überhaupt noch von Scareware unterscheidet.

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