Populär, gefährlich und nützlich: Soziale Netzwerke

Raten Sie einmal, was die populärste Webseitengattung im Internet ist. Na? Vermutlich glauben Sie, dass das die unzähligen Pornoseiten sind. Falsch! Es sind inzwischen Social-Neworking-Dienste wie My Space, Facebook, oder Xing. Zumindest kommt die auf Internettraffic spezialisierte Marktforschungsfirma Hitwise zu diesem Ergebnis. Sie hat für ihre Untersuchung die Daten und Suchtrends von rund zehn Millionen Internetanwendern ausgewertet und kommt so recht fundiert zu dem wahrscheinlich ...

Raten Sie einmal, was die populärste Webseitengattung im Internet ist. Na? Vermutlich glauben Sie, dass das die unzähligen Pornoseiten sind. Falsch! Es sind inzwischen Social-Neworking-Dienste wie My Space, Facebook, oder Xing. Zumindest kommt die auf Internettraffic spezialisierte Marktforschungsfirma Hitwise zu diesem Ergebnis. Sie hat für ihre Untersuchung die Daten und Suchtrends von rund zehn Millionen Internetanwendern ausgewertet und kommt so recht fundiert zu dem wahrscheinlich doch viele überraschenden Resultat:

Unter anderem sind die Suchanfragen in Bezug auf Pornografie innerhalb eines Jahrzehnts von 20 auf 10 Prozent gesunken, während die heißesten Suchen mittlerweile sozialen Netzwerken gelten.“

Wie wichtig die sozialen Netzwerke inzwischen sind, zeigt auch eine andere Studie. Sie stammt vom amerikanischen Jobportal Careerbuilder.com und zeigt, dass sich zumindest in den USA inzwischen rund 22 Prozent der Personalchefs in Facebook und Co. über Bewerber informieren. 2006 waren es lediglich 11 Prozent. 34 Prozent der befragten Personaler sagten, sie hätten online Informationen über Bewerber gefunden, die zu deren Ablehnung geführt hätten. Karrierekiller Nr. 1 waren Fotos und Informationen, die Bewerber mit Alkohol und Drogen in Verbindung brachten.

Auf der anderen Seite gaben 24 Prozent der befragten Personalchefs an, durch Recherchen in sozialen Netzen in der Wahl von Bewerbern bestärkt worden zu sein. Die gefundenen Informationen hätten beispielsweise gezeigt, dass der Bewerber für den Job qualifiziert war, einen guten Kommunikationsstil hatte oder gut in die Firma passen würde.

Zwar liegen für den deutschen Markt noch keine vergleichbaren Zahlen vor. Es ist jedoch anzunehmen, dass es hierzulande ähnlich ist. Oder zumindest demnächst wird. Dass wir noch nicht ganz so weit sind wie die USA zeigen beispielsweise Erfahrungen des westfälischen Blogger Markus Horowski. Er machte im Juli einen Versuch mit einem Posting über ein anzügliches Video der Germany´s-Next-Topmodel-Protagonistin Gina Lisa Lohfink. Ergebnis: Zumindest in Deutschland taugt das Thema Sex noch als Besuchermagnet im Internet. Ähnliche Beobachtungen konnten auch andere Blogger machen, ausführlich schreibt darüber zum Beispiel Mark Eplinius in tutsi.de. Die detaillierte Auswertung der Suchstatistik von Horowskis Blog belegt aber auch, dass das Interesse an sozialen Netzwerken im Vormarsch ist: StudiVZ ist Gina Lisa im Ranking knapp auf den Fersen.

Zumindest in der IT-Branche dürften Xing & Co. bereits heute eine wichtige Rolle spielen. Wer sich also seine Karrierechancen nicht verderben will, sollte genau aufpassen, was er über sich im Netz preis gibt – und daran denken, dass künftige Chefs nicht die einzige Gefahr sozialer Netze sind.

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