Was Yahoo, Microsoft und Icahn wirklich denken

Das Hin und Her zwischen Microsoft und Yahoo entbehrt nicht eines gewissen Unterhaltungswertes. Besonders die offiziellen Statements der beteiligten Parteien haben es mir angetan. Angefangen von Steve Ballmers Brief an den Yahoo-Vorstand mit dem Rückzug des Übernahmeangebots und Yahoos Antwort darauf, bis hin zu den neuesten Statement- und Briefwechseln. Alles schön einfach und verständlich gehalten. Kein Vergleich zu ähnlichen Äusserungen deutscher Aktiengesellschaften. Schön ...

Das Hin und Her zwischen Microsoft und Yahoo entbehrt nicht eines gewissen Unterhaltungswertes. Besonders die offiziellen Statements der beteiligten Parteien haben es mir angetan. Angefangen von Steve Ballmers Brief an den Yahoo-Vorstand mit dem Rückzug des Übernahmeangebots und Yahoos Antwort darauf, bis hin zu den neuesten Statement- und Briefwechseln.

Alles schön einfach und verständlich gehalten. Kein Vergleich zu ähnlichen Äusserungen deutscher Aktiengesellschaften. Schön auch, dass immer Klartext geredet wird. Man merkt sehr genau, dass Microsoft eingeschnappt ist („you have failed to give due consideration to a transaction…„) und Yahoo… nun sagen wir mal… von sich überzeugt ist („steadfast in our belief that Microsoft’s offer undervalued the company„). 

Dann wäre da noch der Brief des Investors Icahn an Yahoo. In ihm zeigt er, dass er nicht nur wegen der verpassten Gelegenheit, viel Geld zu verdienen, beleidigt ist, sondern auch, dass er es versteht, wie eine „Heuschrecke“ zu handeln.

Wenn Sie wissen wollen, was tatsächlich in seinem Brief steht, dann empfehle ich Ihnen die Lektüre von Kara Swishers Übersetzung des Werkes („Wait, I have three more words: Make my day„). Einfach nur köstlich!

Blogger-Kollege Larry Dignan von ZDNet.com dekodiert im Gegezug Yahoos Antwort an Icahn: „You’re trying to take over our company even though Microsoft isn’t in cahoots with you – yet.

Persönlich finde ich Icahns Nominierungen für „seinen“ Yahoo-Vorstand sehr unterhaltsam. Nicht dass ich die Respektabilität der aufgeführten Personen bezweifle. Aber auffallend ist es schon, dass die Liste durch Abwesenheit von erfahrenen Internetspezialisten glänzt, die in der Lage wären, einen Internetanbieter durch die Web-2.0- in die Web-3.0-Ära zu führen. Mit anderen Worten: Es geht allein und ausschließlich um kurzfristige Realisierung von Gewinnen.

Kein Wunder also, dass Yahoo-Chef Jerry Yang in einer internen E-Mail an die Yahoo-Angestellten einiges erklären muss. Zum Beispiel, welche Rechte die Aktionäre haben: Ja, sie dürfen einen oder mehrere Vorstände nominieren! Aber alle?

Mittlerweile gibt es eine erneute Annäherung zwischen Microsoft und Yahoo. Bemerkenswert ist dieses Mal das offizielle Statement von Microsoft. Es besteht nur aus einem einzigen Absatz und schließt mit der Bemerkung: „There of course can be no assurance that any transaction will result from these discussions.“ Oder wie der Kaiser sagen würde: „Schaung ma mal, dann sehng ma’s scho.“ Auch eine Aussage.

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