Der gläserne Web-Anwender dank Google Web History

Es ist zwar schon wieder ein paar Tage her, aber beunruhigend ist die Nachricht immer noch: Google hat den Dienst Web History für den deutschsprachigen Raum gestartet. Das ist an sich noch nicht schlimm. Auch die Tatsache, dass dieser neue Service ursprünglich "Search History" hieß, lässt mich nicht erschaudern. Allerdings steckt in der Umbenennung der wesentliche Kern von Google Web History: Neben sämtlichen Suchanfragen, die Sie jemals (ok, erst seit Aktivierung des ...

Es ist zwar schon wieder ein paar Tage her, aber beunruhigend ist die Nachricht immer noch: Google hat den Dienst Web History für den deutschsprachigen Raum gestartet.

Das ist an sich noch nicht schlimm. Auch die Tatsache, dass dieser neue Service ursprünglich „Search History“ hieß, lässt mich nicht erschaudern. Allerdings steckt in der Umbenennung der wesentliche Kern von Google Web History: Neben sämtlichen Suchanfragen, die Sie jemals (ok, erst seit Aktivierung des Google-Services) gestartet haben, speichert die Suchmaschine sämtliche von Ihnen recherchierten Bilder, News, Anzeigen, Produkte, Karten und Videos.

Klar, es lassen sich alle Einträge oder Teile davon aus dem Webprotokoll löschen, aber die Frage ist doch: findet das in ihrer „Privatshäre“ statt und sämtliche Surfspuren sind damit beseitigt. Oder hält Google die Daten auf immer und ewig in seinen Beständen und will Ihnen mit der Löschfunktion nur ein gutes Gefühl vermitteln?

Daher lassen die Szenarien, die dank Google Web History denkbar sind, in mir ein gewisses Gefühl der Beklemmung aufkommen:

  • Google weiß zum Beispiel genau, dass Sie permanent auf Nachrichten-Suche rund ums Weiße Haus sind. Lässt sich daraus eine latente Terrorgefahr ableiten, die von Ihnen ausgeht?
  • Anhand der Bilder-History kann Google relativ leicht ableiten, an welchen Themen Sie interessiert sind. Somit könnten Sie in Zukunft permanent mit Werbemails belästigt werden. Dasselbe gilt natürlich für die von Ihnen geklickten Adsense-Werbelinks.
  • Dank Google Maps kann genau festgestellt werden, für welche Landstriche der Erde Sie sich interessieren. Diese Informationen sind für bestimmte Leute mehr als relevant, vor allem Einwanderungsbehörden und solche Einrichtungen finden das bestimmt spannend. Vergessen Sie’s einfach, das nächste Mal unbehelligt nach Heiligendamm zu reisen.
  • Na ja, und über Ihre Videogewohnheiten will ich mich an dieser Stelle lieber erst gar nicht auslassen. Passen Sie nur auf, dass die Sitte nicht eines Tages vor Ihrer Tür steht!

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