Microsoft stellt PerformancePoint Server im Sommer ein

Funktionen wandern weitgehend in den SharePoint Server ab

Microsoft hat in seinem Business-Intelligence-Blog angekündigt, die Funktionen für Scorecards, Dashboards sowie die analytischen Fähigkeiten des PerformancePoint Server weitgehend in den SharePoint Server zu überführen. Mit diesem Schritt solle Business Intelligence in Firmen einer größeren Zahl von Mitarbeitern zugänglich gemacht werden, die heute bereits SharePoint Server, SQL Server und Excel nutzen.

Zuvor soll im Sommer allerdings noch Service Pack 3 mit Updates für das Planungsmodul des PerformancePoint Server 2007 erscheinen. Danach seien keine weiteren Investitionen in die Standalone-Version der Software mehr zu erwarten. Ab April soll sie auch nicht mehr verkauft werden. Support für das Produkt will Microsoft aber noch bis 2018 gewähren. Die Workflow-Komponente zur Prozessunterstützung scheint komplett zu verschwinden oder durch SharePoint-Funktionen abgelöst zu werden.

Die Analysten von BARC halten den Schritt in einer ersten Einschätzung für einen strategischen Fehler: Planung gehöre zum Business-Intelligence-Kontinuum und könne nicht einfach von Reporting und Analyse getrennt werden. „Wer strategischer Anbieter von Business Intelligence in großen Unternehmen werden möchte, sollte ein Angebot haben. Wir würden uns nicht wundern, wenn Microsoft in einiger Zeit einen Planungsanbieter kauft oder ein Produkt aus dem bestehenden Portfolio um Planungsfunktionen erweitert, um diesen Fehler wieder zu korrigieren.“

Die BARC-Experten halten den Schritt aber auch nicht für besonders überraschend. Ihrer Ansicht nach hat die Produkt- und Vertriebsstrategie für PerformancePoint noch nie gestimmt: „Planungs- und andere Finanzapplikationen müssen anders vertrieben werden, als es Microsoft im Massengeschäft gewohnt ist.“ Planung erfordere im Vergleich zu Reporting und Analyse ein differenziertes Know-how des Vertriebs sowie Consulting-Kapazitäten.

„Produkte aus dem Microsoft-BI-Portfolio, mit Ausnahme von Excel, waren bisher immer eher für Anwender mit einer gewissen IT-Affinität ausgerichtet. Anwender von Planungsanwendungen sind in der Regel im Fachbereich zu finden und suchen Applikationen mit einer klaren Fachanwenderausrichtung.“ Das Fazit der Analysten: Microsoft werde es jetzt deutlich schwieriger haben, sich als strategischer BI-Anbieter zu positionieren. Andererseits werde die Stellung des Sharepoint Server weiter aufgewertet.

Themenseiten: Business, Business Intelligence, Microsoft

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