Prince2 macht IT-Projekte schneller, einfacher und billiger

Die wie ITIL aus dem britischen Behördenumfeld stammende Projektmanagementmethode Prince2 gewinnt bei IT-Projekten immer mehr an Bedeutung. Eine aktuelle Umfrage zeigt den Stand und Perspektiven in Deutschland auf.

Nach einer Umfrage des Beratungshauses Serview verspricht sich die Mehrheit der über 350 befragten Projektleiter von der Projektmanagementmethode Prince2 (Projects in Controlled Environments) bessere Ergebnisse bei ihren IT-Vorhaben. Fast zwei Drittel wollen sich deshalb zukünftig verstärkt auf das Vorgehensmodell stützen.

Jedes vierte Anwenderunternehmen gab in der Befragung an, bereits praktische Erfahrungen mit Prince2 gesammelt zu haben. Außerdem besitzen in nahezu einem Drittel der Firmen der Projektleiter zumindest theoretische Kenntnisse. 29 Prozent haben von Prince2 bisher nur gehört, verfügen aber über kein fachliches Wissen. 38 Prozent der Befragten planen, ihre IT-Projekte künftig „in jedem Fall“ auf Basis von Prince2 durchzuführen. Weitere 25 Prozent wollen die Methode „voraussichtlich“ stärker nutzen. 13 Prozent sind noch unentschieden. 26 Prozent können jedoch der Methode nichts abgewinnen.

Anwender nennen als Vorteile von Prince2 gegenüber anderen Methoden vor allem die gute Verständlichkeit des Ansatzes und glauben, damit die Erfolgsperspektiven ihrer IT-Projekte steigern und eine größere Termingenauigkeit erreichen zu können. Außerdem fielen ihnen damit Ressourcenplanungen sowie Steuerung und Kontrolle der Projektabläufe leichter. Über die Hälfte glaubt zudem, mit Prince2 Projektbudgets genauer einhalten zu können.

„Prince2 etabliert sich offenbar weitgehend im Stillen“, sagt Serview-Geschäftsführer Michael Kresse. „Trotz der schon beträchtlichen Akzeptanz findet dieses Thema in der öffentlichen Diskussion kaum Raum.“ Darin sieht Kresse deutliche Parallelen zu ITIL: Auch dieses Regelwerk habe sich in der Praxis verbreitet, bevor es breit in der Öffentlichkeit diskutiert wurde.

In Deutschland vertritt der Prince2 Deutschland e.V. die Interessen der Prince2-Anwender. Der Verein ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Privatpersonen, die Prince2 nutzen, und will die Weiterentwicklung der Methode im deutschsprachigen Raum fördern. Auch er bedauert ähnlich wie Kresse, dass bisher kaum transparent ist, welche Firmen die Projektmanagementmethode verwenden.

Abhilfe schaffen soll unter anderem ein Prince2-Award, der an besonders vorbildlich arbeitende Anwenderunternehmen vergeben wird. Ihn erhielten 2008 der Medizin- und Pflegeprodukthersteller Paul Hartmann Group sowie die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG.

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