Eckhard Spoerr verlässt Freenet

"Polarisierende Wirkung meiner Person verhindert Ruhe und Konzentration"

Der Mitgründer und Chef von Freenet, Eckhard Spoerr, ist von seinem Amt zurückgetreten. Spoerr werde auf eigenen Wunsch zum 23. Januar 2009 gehen, teilte das Unternehmen mit, ohne Gründe zu nennen. Der Aufsichtsrat nehme die Entscheidung „mit Bedauern und Respekt“ zur Kenntnis.

Spoerr begründet seinen Schritt mit dem Gefühl, er stehe der Zukunft von Freenet im Weg: „Das Unternehmen braucht in der jetzigen Situation vorrangig Ruhe und Konzentration auf die Integrationsmaßnahmen und das operative Geschäft. Aufgrund des bestehenden Aktionärskreises und der wohl polarisierenden Wirkung meiner Person ist dies unter diesen Umständen nicht gegeben“, heißt es in einer von ihm veröffentlichten Stellungnahme.

Neuer Vorstandssprecher wird Joachim Preisig, bislang Vorstand für den Bereich Operations & Integrations. Die Position des Vorstandschefs soll neu besetzt werden. Die von Spoerr eingeschlagene Unternehmensstrategie werde auch weiterhin voll unterstützt, heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung. „Das beschlossene Integrationskonzept wird in voller Konsequenz umgesetzt.“

Die Hauptversammlung von Freenet hatte noch im August einen Antrag von United Internet abgelehnt, die Geschäftsführung abzuberufen, und Spoerr im Amt bestätigt. Dennoch scheint die Situation im Unternehmen auch nach dem gescheiterten Übernahmeversuch durch United Internet und Drillisch durch den Einstieg des Investors Permira im vergangenen Jahr angespannt. Reuters hatte jüngst aus Unternehmenskreisen erfahren, der Freenet-Chef gerate unter Druck, weil Investoren keine Strategie für den Mobilfunkdienstleister erkennten und der Verkauf der DSL-Sparte stocke. Just diesen Verkauf hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Thoma auf der Hauptversammlung im August als ein Unternehmensziel für das verbleibende Jahr ausgegeben.

Themenseiten: Business, Freenet, Übernahmen

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