Studie: Trotz Finanzkrise herrscht IT-Fachkräftemangel

Derzeit sind 19 Prozent mehr IT-Stellen ausgeschrieben als Ende 2007

Trotz herrschender Finanzkrise ist in der IT-Branche immer noch ein akuter Fachkräftemangel zu verzeichnen. Das belegt eine aktuelle Studie von JoinVision, Betreiber des gleichnamigen Job- und Projektportals für IT-Experten. Die Untersuchung ergab, dass derzeit 19 Prozent mehr IT-Stellen und -Projekte von Unternehmen im Internet auf eigenen und externen Jobbörsen ausgeschrieben sind als Ende 2007.

Die Auswirkungen der Finanzkrise auf den IT-Stellen- und -Projektmarkt sind vor dem Hintergrund der vorliegenden Daten höchstens in Ansätzen erkennbar. So kann der in den letzten sechs Wochen festgestellte Rückgang der Anzahl der IT-Stellen- und -Projektangebote um 4 Prozent als ein Indiz dafür gesehen werden.

Am häufigsten gesucht werden derzeit Softwareentwickler, nämlich in etwa jedem vierten Inserat. Gegenüber 2007 hat sich die Anzahl dieser Stellen- und Projektangebote um 35 Prozent erhöht. Noch höher ist der Zuwachs bei Stellen für Qualitätsmanager und Tester, die einen Zuwachs von 45 Prozent verzeichnen.

Mit Zuwachsraten zwischen zwei bis sieben Prozent liegen IT-Organisatoren und -Analytiker, Systemadministratoren und IT-Vertriebsleute deutlich unter dem Durchschnitt. Mit minus 19 Prozent ergab sich ein ungewöhnlich großer Rückgang bei den System- und Softwarearchitekten.

Bei den Softwareentwicklern ist die Nachfrage nach der Microsoft-Technologie C# kräftig gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr wird diese Programmiersprache um rund 40 Prozent mehr nachgefragt. Auch ABAP, die Hauptsprache von SAP-Systemen, wird um 39 Prozent mehr verlangt als im Vergleichszeitraum 2007.

Die Dauer, bis ein geeigneter Kandidat gefunden wird, hat sich verlängert. Nahm die durchschnittliche Besetzung einer Stelle für einen Softwareentwickler 2007 noch etwa sechs Wochen in Anspruch, so verlängerte sich dieser Zeitraum 2008 auf durchschnittlich sieben Wochen. Aufwändig gestaltet sich dabei insbesondere die Suche nach .NET-Entwicklern, für die Arbeitgeber aktuell durchschnittlich acht Wochen anberaumen müssen. In 15 Prozent der Fälle dauert die Suche nach .NET-Experten sogar mehr als drei Monate.

Die Studie basiert auf Daten von rund 10.000 Stellen- und Projektinseraten der Job- und Projektbörse Joinvision und auf den im Internet veröffentlichten Anzeigen des IT-Stellenmarktes.

Themenseiten: Business, IT-Jobs

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Studie: Trotz Finanzkrise herrscht IT-Fachkräftemangel

Kommentar hinzufügen
  • Am 20. Juni 2009 um 16:06 von Henry von Steubenfels

    JoinVision Werbung
    ist ja ganz schön, aber dieser Anbieter listet ja nur Recruiting Firmen, die wiederum selber für Consultingfirmen suchen. Das ist ungefähr so, als wenn ich meinen Namen bei Google eingebe und der dann mehrfach erscheint. Deswegen gibt es mich trotzdem nur einmal. Bei den meisten Dienstleistern keine Rückmeldung, wenn man sich auf eine Ausschreibung meldet. Die Ausschreibung ist entweder nicht mehr aktuell, der Kunde nicht wirklich interessiert oder hat zwischenzeitlich finanzielle Problem bekommen. Das Märchen vom Fachkräftemangel wird dadurch trotzdem nicht wahrer.

    Viele Grüße,
    Henry

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *