Virtualisierung mit Server-CPUs: Leistungsbremse inklusive

Ginge es nach den Marketingabteilungen von AMD und Intel, dann wären die heutigen Prozessoren bestens gerüstet für die Virtualisierung. Stellt man jedoch in der Praxis fest, dass der Leistungsverlust durch Virtualisierung höher ist als etwa fünf bis zehn Prozent, so lässt sich mit Microbenchmarks sehr genau erklären, woran das liegt.

Intel verfügt für Serverprozessoren noch nicht über einen mehrstufigen Paging-Mechanismus, der sowohl vom Kernel des Gastbetriebssystems als auch vom Hypervisor genutzt werden kann. AMDs Implementierung hingegen weist nachvollziehbare Designschwächen auf.

Intels EPT-Technologie ist eindeutig besser als AMDs RVI. Allerdings muss man sich noch ein wenig gedulden, bis sie in die Serverprozessoren Einzug hält. Glaubt man Gerüchten, wird es bis zum Frühjahr 2009 dauern, bis Intel seine Schwierigkeiten mit zwei Quickpath-Schnittstellen auf einem Prozessor überwunden haben wird, die für ein 2P-System notwendig sind.

EPT wird so lange State-of-the-Art bleiben, bis jemand einen Microbenchmark findet, der auch diese Technologie in die Knie zwingt. Dann muss sich zeigen, wie praxisrelevant dieser Microbenchmark ist.

Auch für AMD besteht Hoffnung. Die fehlende Teilinvalidierung des TLB ließe sich in künftigen Prozessoren implementieren bei gleichzeitiger Beibehaltung der Rückwärtskompatibilität zum heutigen RVI.

Optimal wäre es, wenn Intel und AMD ihre zueinander inkompatiblen Vitualisierungserweiterungen der x86-Architektur wieder vereinheitlichten. Hersteller von Virtualisierungslösungen würden das sicherlich begrüßen. Aber das ist wohl zu viel verlangt.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Virtualisierung mit Server-CPUs: Leistungsbremse inklusive

  • Am 18. Dezember 2008 um 18:22 von ML

    Story comment
    A very interesting story

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