Datenschutzpanne: Obamas Mobilfunkdaten ausspioniert

E-Mail-Kommunikation oder Telefongespräche wurden angeblich nicht abgehört

Unbekannte haben sich offenbar illegal Zugang zu den Mobilfunkdaten des designierten US-Präsidenten Barack Obama verschafft. Bei dem oder den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um Angestellte des US-Mobilfunkproviders Verizon Wireless. Das berichtet CNN unter Berufung auf Obamas Sprecher Robert Gibbs und eine firmeninterne E-Mail des Providers.

Gibbs war nach eigenen Angaben bereits am Mittwoch darüber informiert worden, dass Verizon-Mitarbeiter in den vergangenen Monaten unautorisiert auf Rechnungsdaten eines Handys zugegriffen hatten, das Obama allerdings nicht mehr benutzen soll. Bei dem Modell handle es sich um ein simples Klapphandy ohne E-Mail-Funktion, so dass keine E-Mail-Kommunikation ausspioniert werden konnte. Zudem hätten die Täter weder die Mailbox des Anschlusses noch Gespräche abgehört. Die kompromittierten Datensätze hätten lediglich Telefonnummer und Zeitpunkt der von Obama getätigten Anrufe enthalten.

In einer firmeninternen E-Mail schreibt Verizon-Wireless-CEO Lowell McAdam, dass sein Unternehmen bereits die zuständigen Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet habe. Gibbs wiederum erklärte, dass zwar der Secret Service informiert worden sei, er aber keine Kenntnis von sonstigen Ermittlungen habe.

McAdam kündigte darüber hinaus eine ausführliche interne Untersuchung an. Es sei noch zu klären, ob die Daten nur von Mitarbeitern gelesen oder auch an Personen außerhalb des Unternehmens weitergegeben wurden. Den Angestellten, die zu „nicht legitimen Geschäftszwecken“ auf die Daten zugegriffen haben, drohte der CEO mit harten Disziplinarmaßnamen, „bis hin und inklusive Kündigung“.

Themenseiten: Big Data, Datendiebstahl, Datenschutz, Verizon Wireless

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1 Kommentar zu Datenschutzpanne: Obamas Mobilfunkdaten ausspioniert

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  • Am 23. November 2008 um 11:08 von Irmgard Kronsbein-Bellchambers

    Mobilfunkdaten ausspioniert
    Immer wenn Mobilfunkdaten ausspioniert werden, sind seit 2003/2005 die Stasi und Russen drin mit ihren Imsi-Catchern. Dann wird nicht so sehr das Gespräch ausspioniert, sondern der Ort an dem sich das Handy befand – sprich das Haus wird durchleuchtet und bleibt durchleuchtet. Wahrscheinlich wird dann der nächste Bewohner ausspioniert oder seine Identität gestohlen, falls die ‚in der Nähe des Präsidenten‘ sein sollte, z.B. Familienangehörige, usw.
    Das gleiche gilt übrigens in Deutschland, wo sich die Täter seit Fifa 2006 durch Identitätsdiebstahl darauf vorbereiten, unerkannt in Westländer zu ziehen. Jeder, dessen Handydaten geklaut wurden, sollte mit "unerklärlichen" Phänomenen bei seiner Wohnadresse rechnen. MfG. I-K.B.

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