Burmesischer Blogger zu 20 Jahren Haft verurteilt

Anwalt wurde wegen Kritik am Prozess ebenfalls verhaftet

Der burmesische Blogger Nay Phone Latt ist von einem Gericht im Gefängnis von Insein zu insgesamt 20 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt worden. Der 28-Jährige war am 29. Januar festgenommen worden, nachdem er in seinem Blog über Einschränkungen der freien Meinungsäußerung nach den Protesten gegen die Militärjunta im vergangenen Jahr berichtet hatte.

„Die Behörden haben ein außerordentlich hohes Strafmaß gegen Nay Phone Latt verhängt, nur weil er das Internet benutzt hat“, teilten Reporter ohne Grenzen und die Burma Media Association mit. „Mit diesem schockierenden Urteil sollen alle abgeschreckt werden, die online gegen die allgegenwärtige Zensur der Diktatur protestieren wollen.“ Die Organisationen fordern Blogger auf der ganzen Welt dazu auf, ihre Solidarität mit Nay Phone Latt zu bekunden, indem sie sein Foto in ihre Blogs einbinden und seine Freilassung fordern.

Latts Mutter, die nicht an dem Prozess im Gefängnis teilnehmen durfte, sagte: „Ich habe mit einer Haftstrafe von zehn bis zwölf Jahren gerechnet. Das sie so hoch ausfallen würde, habe ich nicht erwartet.“ Weil er die Vorgehensweise des Gerichts kritisiert hatte, wurde der Anwalt des Bloggers ebenfalls festgenommen.

Politische Internet-Aktivisten werden immer häufiger wegen ihrer Äußerungen zu Themen wie Menschenrechten und Meinungsfreiheit verhaftet. Im Jahr 2007 wurden dreimal so viele kritische Blogger festgenommen wie ein Jahr zuvor. Das belegt der aktuelle World Information Access Report der Universität von Washington.

Themenseiten: Internet, Kommunikation, Telekommunikation, Zensur

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1 Kommentar zu Burmesischer Blogger zu 20 Jahren Haft verurteilt

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  • Am 12. November 2008 um 0:19 von PC

    Wie bitte?
    Ich muss sagen es tut weh wenn ich von solchen begebenheiten höre und der Anwalt erst, er wurde verhaftet weil er sein job getan hat. Ich kann nur mein Kopf schütteln wenn ich von so einer primitiven Justiz höre.

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