Große Sicherheitslücken bei kleinen Unternehmen

Eine Studie im Auftrag von Symantec zeigt, dass kleinere Unternehmen noch viel tun müssen, um ihre IT-Sicherheit zu verbessern. Fast jeder fünfte deutsche Befragte wurde im vergangenen Jahr Opfer eines Angriffs oder Systemausfalls.

„Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, dass kleinere Unternehmen sich durchaus der IT-Risiken bewusst sind“, sagt Christof Sturany, Geschäftsführer Symantec Deutschland. „Allerdings sind ihre Sicherheitsstrategien und -maßnahmen noch ausbaufähig. Virenschutz und Firewall sind gut und wichtig, aber längst nicht mehr ausreichend.“

Der Manager macht damit auf ein Missverhältnis zwischen Wissen über altbekannte Gefahren wie Viren und Trojaner, mit denen in der Umfrage 96 beziehungsweise 90 Prozent etwas anfangen konnten, und vergleichsweise neueren Angriffsmethoden aufmerksam. Der Begriff Pharming, also Umleiten auf gefälschte Webseiten, wo unter Vortäuschung falscher Tatsachen dazu aufgefordert wird, Daten preiszugeben, war 39 Prozent der deutschen Befragten unbekannt. Für 31 Prozent waren Rootkits bislang kein Begriff, und 35 Prozent wissen nichts über Botnetze.

Im europäischen Vergleich weit fortgeschritten sind deutsche Unternehmen dagegen beim Thema Verschlüsselungstechnologien: Europaweit haben 35 Prozent der Befragten eine Verschlüsselungstechnologie implementiert, in Deutschland sind es 53 Prozent.

Content Filtering (20 Prozent) ist dagegen hierzulande wesentlich weniger verbreitet als im europäischen Durchschnitt (45 Prozent). Zurückzuführen ist das wahrscheinlich nicht zuletzt auf die vergleichsweise strengen Datenschutzrichtlinien. Es könnte aber auch einfach sein, dass Arbeitgeber in Deutschland ihren Mitarbeitern mehr Vertrauen entgegenbringen und liberaler eingestellt sind als in anderen Ländern.

Das Thema „Intrusion Prevention“ ist in Deutschland bei kleinen Unternehmen ebenfalls deutlich weniger bekannt (19 Prozent) als im Europadurchschnitt (43 Prozent). Das könnte darauf zurückzuführen sein, dass es einfach als Synonym für Schutz für Angriffen verstanden wird und nicht als eigene Disziplin. Der Trend geht gerade bei Einsteigerlösungen ohnehin in diese Richtung, werden doch für den unteren Mittelstand immer mehr sogenannte Unified-Threat-Management-Lösungen (UTM) angeboten, die nahezu alle benötigten Sicherheitsfunktionen in einer Box zusammenfassen.

Themenseiten: Analysen & Kommentare, IT-Business, Mittelstand, Studie, Symantec

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