Studie: Mobiles Breitband wird Festnetz-Internet verdrängen

2013 soll knapp die Hälfte der europäischen Anschlüsse mobil sein

Im Jahr 2013 werden 47 Prozent aller Breitbandkunden in Europa mobile Zugänge nutzen. Knapp ein Viertel der Kunden wird bereits gänzlich ohne Festnetz-Internetzugang auskommen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Mobile broadband: another substitution threat for fixed operators?“ des britischen Telekom-Beratungsunternehmen Analysys Mason, die die mobile Breitbandnutzung 26 europäischer Staaten beleuchtet.

„Festnetz-Betreiber unterschätzen das Ausmaß der Bedrohung durch mobiles Breitband“, sagt Studienautor Rupert Wood. Wie schon bei der Sprachtelefonie werde das Festnetz vom mobilen Zugang verdrängt werden.

Bereits jetzt macht nach Zahlen von Analysis Mason mobiles Breitband in einigen europäischen Märkten fast 20 Prozent der Zugänge aus, in Österreich seien sogar schon 30 Prozent erreicht. Es zeichne sich ab, dass Konsumenten mobiles Breitband als Ersatz für Festnetzzugänge nutzten. Die Zahl der DSL-Neuanschlüsse sei rückläufig und mobile Breitbandangebote lockten oft mit vergleichsweise günstigeren Preisen.

Das Marktpotenzial für Mobilfunkbetreiber sei groß, so das Beratungsunternehmen. Denn knapp die Hälfte der aktuellen Kunden leitungsgebundener Breitbanddienste habe Nutzungsprofile, die die Durchschnittsnutzung mobilen Breitbands nicht überstiegen.

Ein Hindernis für mobiles Breitband könnten nach Ansicht der Analysten die realen Downloadraten werden. Ein Ausbau der Netzwerkkapazitäten zur Sicherung der Servicequalität sei daher ein wichtiger Faktor für den Erfolg mobilen Breitbands. Es sei wichtig, dass die Netzwerkkosten nicht mit den exponenziell wachsenden Bandbreitenanforderungen stiegen. „Kurzfristig sollten Netzwerkbetreiber das Traffic-Volumen im Privatkundenbereich kontrollieren, indem sie Kunden gewinnen, die keine hohe Belastung für die Netzwerke bedeuten“, sagt Analysys-Mason-Analyst Matt Hatton.

DSL-Angebote für Privatkunden könnten aufgrund der höheren Endkundenkosten gegenüber mobilem Breitband das Nachsehen haben und das, obwohl sie insgesamt ein besseres Preis-Leistungsverhältnis böten, so Analysys Mason. Allerdings ergäben sich für Festnetzanbieter neue Möglichkeiten. „Die Betreiber sollten sich eher den schnell wachsenden Chancen im Großhandelsbereich zuwenden und Backhaul- sowie Plattform-Infrastruktur anbieten, die Anbieter von mobilem Breitband dringend benötigen“, empfiehlt Wood.

Der Report „Mobile broadband: another substitution threat for fixed operators?“ befasst sich im Detail mit der Nutzung mobiler Breitbanddienste in insgesamt 26 europäischen Ländern und gibt Entwicklungsvorhersagen ab.

Themenseiten: Breitband, Kommunikation, Studie, Telekommunikation

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