US-Richter zieht Urteil gegen Kazaa-Nutzerin zurück

Fall von Jammie Thomas wird neu verhandelt

Die Tauschbörsennutzerin Jammie Thomas muss nun doch keinen Schadenersatz von 220.000 Dollar an die Record Industry Association of America (RIAA) zahlen. Der zuständige US-Bezirksrichter Michael Davis aus Minnesota hat sein Urteil mit der Begründung zurückgezogen, er habe den Geschworenen falsche Vorgaben gemacht. Der Fall muss jetzt neu verhandelt werden.

Davis hatte bereits im Mai mögliche Fehler im Verfahren gegen Thomas eingeräumt und eine Neuverhandlung in Aussicht gestellt. Im ursprünglichen Verfahren hatte er die Geschworenen angewiesen, die reine Bereitstellung von urheberrechtlich geschütztem Material in einer Tauschbörse als Gesetzesverstoß zu werten. Aufgrund anders lautender Entscheidungen in anderen Verfahren, auf die sich die RIAA in einem Fall sogar als Referenz gegen Thomas berufen hatte, zweifelt der Richter seine damalige Vorgabe jetzt an.

„Die Forderung eines Nachweises, dass bereitgestellte Songs tatsächlich an andere Nutzer übertragen wurden, gefährdet alle Bemühungen der Rechteinhaber, ihre Rechte im Internet durchzusetzen“, sagte RIAA-Anwalt Timothy Reynolds. „Davon profitieren nur diejenigen, die die Werke der Kläger kostenlos herunterladen wollen.“

Die RIAA hatte Jammie Thomas vorgeworfen, mit der Bereitstellung von 24 Songs in der Tauschbörse Kazaa das Urheberrecht verletzt zu haben. Thomas ist die bisher einzige Tauschbörsennutzerin in den USA, die ihren Fall nicht außergerichtlich mit der RIAA beilegen wollte, so dass der Musikverband vor Gericht gezogen war.

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1 Kommentar zu US-Richter zieht Urteil gegen Kazaa-Nutzerin zurück

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  • Am 27. September 2008 um 10:11 von Lonesome Walker

    Gut so
    Auch ich bin ein Freund von Regulierung und Bezahlung der Künstler; aber soetwas ist Abzocke, und sollte lediglich als Paradebeispiel dienen.

    Hätten die großen Konzerne eher reagiert, wäre Napster und Co. nie so groß und mächtig geworden, und auch die User/Leecher hätten ein anderes Schuld-Bewußtsein entwickelt.

    So hatte man aber lange genug Zeit, die Vorteile des freien Downloads zu genießen, denn DIE ANDEREN machen es ja auch.

    Dummerweise hat die Musikindustrie aber NOCH IMMER NICHT gelernt;
    ich will mir einfach kein Album von einem Künstler kaufen, nur weil mir ein Track davon gefällt.
    Das Probehören von Amazon ist super, und dann würde ich gerne dieses eine Lied kaufen, aber oh schreck, wo denn?

    iTunes, damit ich mir schon bei der Installation den Rechner mit so Dreck wie Bonjour zumülle, und dann feststelle, DRM ist kacke?
    Oder bei den anderen, die WMA anbieten, und wenn man dann den Rechner neu aufsetzen muß, der Gear***te ist, weil die Lizenzen für die Songs nicht mehr hat? (und man online auch nicht mehr neu laden kann, es sei denn, man bezahlt nochmal?)

    Die Marketing-Abteilungen dieser Firmen sollten bischen weniger Geld für Werbung verblasen, sondern einen Teil davon in Marktforschung stecken, und den Anbietern eine "Kultur"-Flatrate vorschlagen, oder eben den DRM-Schei* abschaffen.

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