IT-Investitionen: Oft enttäuschende Ergebnisse

In einer PricewaterhouseCoopers-Studie geben Unternehmen ihrer IT nur durchschnittliche Noten: Es fehlt an der Einbeziehung der Fachbereiche und dem Beitrag zum Unternehmenserfolg. Outsourcing macht alles noch schlimmer.

Das Ergebnis der von TNS Emnid im Auftrag von PricewaterhouseCoopers (PwC) durchgeführten Studie „Der Wertbeitrag der IT zum Unternehmenserfolg“ zeigt vor allem eines: Geld allein macht auch in der IT nicht glücklich. Denn Unternehmen mit hohen EDV-Budgets sind keineswegs zufriedener mit der Leistung ihrer IT als Unternehmen mit vergleichsweise niedrigen IT-Ausgaben.

Für die Studie wurden in 650 Unternehmen IT-Verantwortliche in der Geschäftsführung befragt. Sie stammten aus der Automobilbranche, dem Bankensektor, der Energiebranche, dem Gesundheitswesen, dem Handel, der Konsumgüterindustrie und dem öffentlichen Sektor. Im Durchschnitt betragen die IT-Ausgaben pro Jahr und Mitarbeiter rund 1900 Euro. Allerdings waren es bei Banken im Durchschnitt 8157 Euro pro Mitarbeiter, in der öffentlichen Verwaltung lediglich 800 Euro.

Die befragten IT-Verantwortlichen bewerteten den Einsatz von Soft- und Hardware im Durchschnitt mit der Schulnote 2,0, die Zufriedenheit mit der IT hingegen mit 2,4. „Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Befragten auf Grund ihrer Position den Wertbeitrag der IT tendenziell höher einschätzen dürften als ihre Kollegen in der Geschäftsführung“, gibt Peter Schülein, Partner bei PwC im Bereich Informationstechnologie, zu bedenken. Klar, denn mit übermäßiger Kritik würden sie ja ihre eigene Arbeit in Frage stellen.

Bei 90 Prozent der „eher unzufriedenen“ Unternehmen lag die Verantwortung für IT-Investitionen nicht bei den Fachbereichen, sondern bei der Geschäftsführung oder der IT-Abteilung. Besonders interessant: Bei knapp jedem dritten „sehr zufriedenen“ Unternehmen waren die Fachabteilungen federführend an Planung und Umsetzung von IT-Projekten beteiligt. Die Einbeziehung der operativen Geschäftsbereiche empfiehlt PwC besonders bei Projekten mit starkem Fokus auf den Geschäftsprozessen, etwa der Einführung von ERP– oder CRM-Systemen.

Benchmarkanalysen um den Nutzen der getätigten Investitionen systematisch zu prüfen setzt nur jedes zweite Unternehmen ein. „Die gängigen Instrumente sind häufig nicht an die besonderen Bedürfnisse der IT angepasst: Beispielsweise ist in jedem zweiten Unternehmen das IT-Budget lediglich für ein Jahr festgelegt. Die in der Regel mehrjährigen Investitionszyklen in der IT lassen sich hiermit nicht effektiv steuern“, sagt Martin Murnleitner, IT-Controlling-Experte bei PwC.

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