Kriminalbeamte fordern Einsatz von Datenfahndern

"Handel mit persönlichen Daten ist ein Milliardengeschäft, in dem es mafiöse Strukturen gibt"

Nach Bekanntwerden des massenhaften Missbrauchs von Kontodaten hat der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) den Einsatz von Datenfahndern entsprechend dem Modell der Steuerfahnder gefordert. „Der Handel mit persönlichen Daten ist ein Milliardengeschäft, in dem es offenbar mafiöse Strukturen gibt. Dieser Sumpf lässt sich nur trockenlegen, wenn nach dem Modell der Steuerfahndung regelmäßig Datenfahnder in Unternehmen geschickt werden, um den Umgang mit Kundendaten zu kontrollieren“, sagte BDK-Chef Klaus Jansen gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Jansen empfiehlt, eine eigene Fahndungsabteilung mit Spezialisten beim Bundesdatenschutzbeauftragten einzurichten. Der Datenmissbrauch in der Wirtschaft sei eine gewaltige, neuartige Herausforderung, auf die der Rechtsstaat nur im großen Maßstab reagieren könne. Jansen sprach sich zudem dafür aus, die Sanktionen bei Datenschutz-Verstößen drastisch zu verschärfen.

Der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) war eine CD mit persönlichen Informationen wie Namen, Adressen, Telefonnummern und Kontonummern von rund 17.000 Bundesbürgern zugespielt worden. Die CD soll im Zusammenhang mit Werbeanrufen eines Glückspielanbieters und illegalen Kontoabbuchungen in den vergangenen Wochen stehen. Entsprechende Beschwerden hätten sich in letzter Zeit bei Verbraucherzentralen im gesamten Bundesgebiet gehäuft. Die zuständige Staatsanwaltschaft Mönchengladbach nahm die Ermittlungen auf.

Themenseiten: Big Data, Datendiebstahl, Datenschutz

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