Website macht US-Strafregister kostenlos zugänglich

Sogar Geschwindigkeitsüberschreitungen sind verzeichnet

Mit CriminalSearches.com ist eine US-Website an den Start gegangen, auf der jeder Interessierte feststellen kann, ob eine bestimmte Person vorbestraft ist. Die Site bietet kostenlosen Zugang zu den Strafregistern aller 50 US-Bundesstaaten und finanziert sich durch Werbung, wie die New York Times berichtet. In den USA sind ähnliche Angebote bereits seit mehreren Jahren online verfügbar – allerdings kostenpflichtig.

CriminalSearches bezieht seine Daten direkt aus den amtlichen Strafregistern und bietet Aufzeichnungen von Delikten aller Art – von Geschwindigkeitsübertretung bis hin zum Mord. Man kann sich die Wohnorte der Eingetragenen auf einer Karte anzeigen lassen, wenn man daran interessiert ist, wer in der Nachbarschaft wohnt. Außerdem bietet die Site einen E-Mail-Service, der einen benachrichtigt, wenn jemand, der vorbestraft ist, in die Nachbarschaft zieht. Wer verständigt werden will, wenn Bekannte in Kontakt mit der Polizei geraten, kann sich ebenfalls ein E-Mail zuschicken lassen. Bryce Lane, der Vorsitzende des Unternehmens PeopleFinders, dem die Website gehört, vergleicht sein Angebot mit einem Sicherheitsgurt, der das Leben für alle sicherer macht.

Abgesehen von Bedenken in Bezug auf den Eingriff in die Privatsphäre üben viele Kritik an der Aktualität und Vollständigkeit der Daten. Zahlreiche Einträge sind nur lückenhaft, und oft gibt es keine Möglichkeit, zwischen Menschen mit identischen Namen zu unterscheiden. Hilfreich kann das Geburtsdatum der Person sein, doch es ist nicht in jedem Eintrag zu finden. Weitere Schwachstellen ergeben sich aus lokal unterschiedlichen Computersystemen. Manche US-Staaten digitalisieren und aktualisieren ihre Register schneller als andere. Wer einen veralteten Eintrag auf CriminalSearches findet, kann ihn nur korrigieren lassen, indem er Kontakt zur Polizei aufnimmt.

Themenseiten: Internet, Telekommunikation

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3 Kommentare zu Website macht US-Strafregister kostenlos zugänglich

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  • Am 4. August 2008 um 13:24 von Paul

    manchmal wäre dies auch in Deutschland wünschenswert
    Wenn in Deutschland diese Art der Veröffentlichung eingeführt würde, nicht auf Bürgerebene sondern für Bürgermeister und Vereinsvorstände wäre viel erreicht. Immer dann wenn es speziell um Menschen geht, die mit Kindern zu tun haben, Trainer, Lehrer u.s.w. wäre es schon wünschenswert sich zu informieren.
    – das Priester wegen sexueller Delikte "strafversetzt werden ohne das die neue Pfarrei mitbekommt das ihnen der Bischof hier einen Wolf im Schafspelz unterjubelt hat wäre mit einem solchen Melderegieter zumindest schwieriger
    – das sich Jugendtrainer mit ähnlichen Verhalten bei Sportvereinen vorstellen und nicht überprüft werden (obwohl heute schon ein Vereinsvorstand sowas über die Polizei prüfen lassen darf)

    wäre es wär halt leichter und somit eher realisierbar

    • Am 4. August 2008 um 21:14 von Gnarzo

      Bitte nicht
      Naja, aber da ließen sich auch andere Wege einrichten. Einschlägige Vorstrafen dürfen beispielsweise bei Bewerbungen nicht verschwiegen werden. Oder man gestattet eben Anfrage bei der Polizei, die ausschließlich von dafür berechtigten Personen mit Verantwortung durchgeführt werden dürfen.
      Was aber dort von diesem (und anderen) Diensten durchgeführt wird, ist datenschutzrechtlich eine absolute Katastrophe.

    • Am 31. Januar 2014 um 9:30 von Ich

      na klar – und weil Bin Laden unbedingt gefasst werden muss, soll jeder Behördenangestellter in Ihrem Konto herumschnüffeln dürfen. Die Liste läßt sich nahezu beliebig fortsetzen.

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