Microsoft braucht die IBM-Erleuchtung

Die Entwicklung vom Windows-Anbieter zum Lieferanten umfassender Standard-Software-Pakete, die Microsoft mit einigen Übernahmen in dem Bereich angestoßen hat, ergab schon mehr Sinn. Es reicht aber, einem Firmenvertreter eine Weile zuzuhören, wenn er die Online-Medien-Ambitionen des Unternehmens darlegt, um sich die Frage zu stellen, ob die grundlegenden Voraussetzungen für einen Erfolg in diesem Markt in dem Unternehmen überhaupt gegeben sind.

Grübelt man über den Microsoft-Präsentationen des letzten Analystenmeetings, findet sich letztendlich ein gemeinsamer Nenner: Wenn die Microsoft-Manager über Unternehmen und Standard-Software sprachen, wirkten sie echt und glaubwürdig. Den Beiträgen zu Themen wie Ad-Search mangelte es dagegen am Wissen um die Verfassung und die Grundstrukturen dieses Marktes: Microsoft ist nach wie vor ein Software-Konzern und kein Medienkonzern.

Es ist ja nicht so, dass es im Unternehmensgeschäft an Möglichkeiten mangeln würde. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass sich Oracle und SAP im Wettbewerb mit Microsoft eines nicht zu fernen Tages blutige Nasen holen. Microsoft ist heute bereits ein wichtiger Player bei Unternehmensanwendungen für kleine und mittlere Firmen. Diese Firmen wachsen und werden eines Tages selbst große Unternehmen. Wächst die Microsoft-Software mit, ist es mit dem Duopol von Oracle und SAP endgültig vorbei.

Ganz egal, was Microsoft auch versuchen mag: Die Fischzüge im Markt für Gaming-Zubehör werden nie so profitabel sein wie das Geschäft mit Enterprise Software. Zwar winken bei weitem nicht so viel Ruhm, Ehre und Aufmerksamkeit wie bei der Jagd auf Google, aber die eingesetzten Mittel bringen wahrscheinlich sichtbarere Ergebnisse. Und ganz sicher ist es profitabler.

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