Festplatte mit Patientendaten auf Flohmarkt aufgetaucht

Gerichtsgutachten und Klinikdukumente waren nicht verschlüsselt

Auf einem Flohmarkt ist eine Festplatte mit sensiblen Patientendaten der psychatrischen Klinik der Münchner Ludwig-Maximillians-Universität LMU aufgetaucht. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, waren die Daten aus den Jahren 1996 bis 2005 nicht verschlüsselt.

Unter den frei einsehbaren Informationen befanden sich dem Bericht zufolge zahlreiche Gerichtsgutachten sowie Schreiben von Klinikmitarbeitern an andere Ärzte, in denen Krankengeschichten geschildert wurden. Zusätzlich soll das Laufwerk auch Telefonverzeichnisse, Arbeitszeugnisse und Rechnungen enthalten haben.

Die Psychatrie zeigte sich überrascht von dem Vorfall und kündigte durch Klinksprecher Philipp Kreßirer an, „die Strukturen erneut zu überprüfen und gegebenenfalls bestehende Sicherheitslücken zu schließen.“ Alte Rechner und Datenträger würden eigentlich nach einem streng geregelten Verfahren zentral entsorgt. Allerdings könne die Festplatte auch aus einem Diebstahl stammen, sagte Kreßirer der Zeitung.

Themenseiten: Big Data, Datenschutz

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Festplatte mit Patientendaten auf Flohmarkt aufgetaucht

Kommentar hinzufügen
  • Am 17. Juli 2008 um 9:30 von Ralf Kern

    Gefährliche Realität – Verstöße gegen Patientendatenschutz
    Das ist leider nichts neues! Schon 2002 sind Festplatten aus Arztpraxen nicht nur auf Flohmärkten oder Ebay aufgetaucht. Probleme sind hier erstens der schlechte Service der EDV-Anbieter die meistens nicht einmal die Grundschutzfunktionen des Betriebssystem ordentlich einrichten und nutzen. Aber auch die verkaufte Hardware, Vernetzung, Kommunikation und deren Installation sind falsch konfiguriert, gefährlich Oberflächlich eingerichtet und so sind die meisten Arztpraxen in Deutschland total ungeschützt.

    Die zweite Gefahrenquelle stellen die Praxissoftwaren da. Nicht nur das zig kleine Firmen Patientendaten unkontrolliert ausserhalb der Arztpraxen konvertieren (= aus einem Praxisprogramm raus in ein anderes Format umwandeln) und transportieren (ausserhalb der Arztpraxen). Zusätzlich kann man freikäufliche Softwaretools kaufen die Praxisdaten fast aus allen Praxissoftwareprogrammen exportieren und konvertieren können. Die dritte meist von vorher genannten Anbietern abhängige Gefahrenquelle stellen die Arztpraxen selbst dar. Hier herrscht zumeist EDV-Un- oder minimales Teilwissen, Lethargie und Oberflächlichkeit gegenüber Patietendatenschutz aber auch der gesetzlich vorgeschriebenen Archivierung. Das Hauptargument für dieses extrem gefährliche Fehlverhalten beschreibt folgende Äußerung wie "wenn der Kollege das doch auch so macht, machen wir das auch so"!

    Das verschiedene Organisationen sich sehr stark für Patientendaten interessieren sollte heute allen klar sein. Kosten senken können auch diese am besten wenn Sie aus irgend einem Grund keine Leistung erbringen müssten, kündigen könnten, Finanzierungen ablehnen oder Zinsen anpassen köönten. Doch auch Privat wären mögliche Schäden enorm und können Gegenwart und Zukunft gefähren oder total zerstören.

    Das obwohl der Patientedatenschutz mit einfachen Mitteln sogar mit enormen Kosteneinsparungen verbunden ist wie ein gemeinnütziger Verein aus Gelsenkirchen seid mehr als 6 Jahren nachweisen kann. Hier werden Informationen und Beratungen entsprechend notwendigem Patientendatenschutz mit gleichzeitiger Senkung von Anschaffungs, Service bis Betriebskosten vollkommen unabhängig von Pharma-, Versicherungindustrie oder Anbietern gegeben. Egal welche Praxissoftware auch immer eingesetzt wird!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *