Programmieren mit AJAX: Das sind die Stolperfallen

AJAX kombiniert die Leistungsfähigkeit vorhandener Web-Technologien mit Funktionen von Desktop-Anwendungen. Dabei treten allerdings bestimmte Probleme immer wieder auf. ZDNet zeigt, welche das sind.

In den vergangenen Jahren haben Web-Entwickler AJAX bei ihren eigenen Entwicklungen oder mittels Drittanbieter-Toolkits eingesetzt. AJAX-Applikationen bieten viele Vorteile: Insgesamt verbessert sich das Benutzererlebnis, weil Seiten nicht so häufig neu geladen werden. Auch erleichtern viele Funktionen, etwa automatische Wortergänzungen, beim Tippen die Dateneingabe.

Manche Entwickler betrachten AJAX sogar als Patentlösung für jegliches Szenario. Allerdings bringt AJAX eigene Risiken in verschiedenen Bereichen mit sich. Das betrifft zum Beispiel die Entwicklungszeit, den Browserverlauf und das Benutzerlebnis, die Interaktion mit Suchmaschinen, die Barrierefreiheit, die Serverbelastung und die Sicherheit. Im Folgenden wird jeder dieser Bereiche im Detail betrachtet.

Entwicklungszeit

Ein Entwickler benötigt im Vergleich zu anderen Ansätzen für gewöhnlich mehr Zeit, wenn er eine Applikation mit AJAX erstellt. Zudem geht das Erlernen einer neuen Technologie wie AJAX mit einigen Verzögerungen einher, bevor sie richtig verstanden wird und entsprechend eingesetzt werden kann.

Da JavaScript ein zentraler Bestandteil von AJAX-Lösungen ist, nimmt die in jeder Seite enthaltene Menge von JavaScript-Code deutlich zu. Daher müssen sich Entwickler mit JavaScript und den Eigenarten der verschiedenen Browser auskennen. Darüber hinaus müssen Programmierer auch in HTML und XML bewandert sein, ebenso wie in Technologien wie CSS für die Gestaltung.

Ein weiteres Problem besteht in der Möglichkeit, dass ein Benutzer die Unterstützung für JavaScript in seinem Browser deaktiviert hat. Hier eine Ersatzlösung (unter Verwendung des NOSCRIPT-Tags) bereitzustellen, erfordert zusätzliche Entwicklungszeit. Wenn Entwickler auf den AJAX-Zug aufspringen, sollte sichergestellt sein, dass sie nicht plötzlich alles damit machen.

Browserverlauf und Benutzererlebnis

Die JavaScript-Bibliothek Really Simple History (RSH) macht ein weiteres großes Problem von Web-Applikationen, die mit AJAX arbeiten, deutlich. Es gibt keinen Verlauf beim Browsen. Daher werden die Vorwärts– und Zurück-Schaltflächen nutzlos. Das Fehlen des Verlaufs hängt mit dem dynamischen Wesen einer AJAX-Lösung zusammen.

Daten werden asynchron geladen, ohne dass die ganze Seite neu geladen wird. Deshalb ist kein Seitenaufruf im Browserverlauf registriert. Das heißt, Benutzer können nicht einfach Lesezeichen für die Applikation anlegen oder sie mit den Browserbuttons ansurfen. RHS stellt eine Möglichkeit bereit, eine derartige Funktion in eine Applikation zu integrieren. Doch nimmt dadurch wiederum die für die Entwicklung und das Testen benötigte Zeit zu.

Interaktion mit Suchmaschinen

Ein anderes Problem, das mit dem dynamischen Wesen von AJAX einhergeht, ist die fehlende Interaktion mit Suchmaschinen. Suchmaschinen wie Google erfordern eine URL für jede Seite. Außerdem nutzen sie unter anderem Wörter auf der Seite für das Page-Ranking.

Seitendaten innerhalb einer AJAX-Applikation sind dynamisch. Suchmaschinen-Roboter laden jedoch keine Seiten und führen deren JavaScript aus. Das führt dazu, dass Suchmaschinen die erstellte Applikation oder Seite ignorieren. Das wiederum kann darin resultieren, dass weniger Besucher den Internetauftritt ansteuern. Bei Intranet-Applikationen stellt das allerdings kein Problem dar.

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