Mit dem Handy kostenlos fernsehen: LG HB620T im Test

Mobiltelefon und Mini-Fernseher in einem - das Handy HB620T von LG schafft den Spagat, indem es einen DVB-T-Empfänger mitbringt. Ob sich damit die Fußball-EM anschauen lässt, ohne auf den gewohnten Telefonkomfort verzichten zu müssen, zeigt der Test.

Fernsehen wie Zuhause, unterwegs und kostenlos: Das verspricht der Werbeslogan von LG für das DVB-T-Handy HB620T. Ob die Botschaft stimmt, bleibt zu bezweifeln, denn eines ist schon von vorneherein auszuschließen: Fernsehen wie Zuhause – das klappt mit dem Mini-Bildschirm nicht. Unterwegs und kostenlos – ja, das kann funktionieren. Denn im Gegensatz zu DVB-H zahlt man fürs Fernsehen über DVB-T keine Gebühren – abgesehen von den GEZ-Gebühren, die aber schon mit einem gemeldeten Fernseher abgegolten sind. Das TV-Handy zählt dann als Zweitgerät und muss nicht extra gemeldet werden.

Der Kostenvorteil und der hohe Verbreitungsgrad von DVB-T – die Technik wird oft fälschlicherweise als Überallfernsehen bezeichnet – sind die großen Pluspunkte, die DVB-H übertrumpfen. Mobile 3.0, ein Joint Venture von MFD Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH und NEVA Media GmbH, hat zwar im Juni den Start des Sendebetriebs von Mobile-TV über DVB-H angekündigt, aber der Service funktioniert gegenwärtig nur in den Städten Hamburg, München, Frankfurt und Hannover. Erschwerend kommt hinzu, dass momentan kaum DVB-H-fähige Handys im Handel sind. Deshalb geben Marktbeobachter DVB-H keine Chance mehr und stecken die Hoffnung in DVB-T-Handys. Ein weiterer Grund für ZDNet, das LG HB620T zu testen.

Design

Das Klapp-Handy ist mit Maßen von 8,9 mal 5,5 mal 1,8 Zentimetern erstaunlich kompakt und mit einem Gewicht von 110 Gramm nicht zu schwer, anders als vielleicht angesichts der TV-Funktionalität erwartet. Das „kleine Schwarze“ wirkt von der Verarbeitung her recht solide und macht auch sonst einen sehr stabilen Eindruck. Der Klapp-Mechanismus funktioniert leichtgängig und rastet in zwei Postionen fest ein. Damit kann das Telefon zum Fernsehen problemlos auf einen Tisch gestellt werden.

Eine Besonderheit ist die ausziehbare Antenne. Sie hat ein kleines Gelenk, das in bestimmten Stellungen einrastet, und besitzt eine Titanverbindung zum Handy. Damit ist sie extrem flexibel und nahezu „unkaputtbar“. Wer Titan-Brillen kennt, weiß, wie flexibel das Material ist. Das Antennen-Problem hat LG also sehr gut in den Griff bekommen – Kompliment.

Aufgeklappt präsentiert sich in der unteren Hälfte die Tastatur, die an das Motorola Razr erinnert. Sie ist aber wirklich gut zu betätigen und hat schön große Tasten mit gutem Druckpunkt. Ein silberner Kreis, der auch zur Navigation dient, wirkt etwas filigran und deshalb schlecht zu bedienen, aber im Test funktioniert er überraschend gut.

In der aufgeklappten Hälfte befinden sich das Display, das unter einer Glasscheibe liegt, und drei Funktionstasten fürs Fernsehen. An den Seiten gibt es links einen Wippschalter zur Regelung der Lautstärke. Er sitzt gut und lässt sich während des Telefonierens oder Fernsehens gut bedienen. Auf der rechten Seite finden sich ein Auslöser für die Kamera und ein proprietärer Steckplatz für das Ladegerät, den Kopfhörer oder zur Synchronisation mit dem PC. Zum Schutz vor Schmutz ist er mit einer Abdeckung versehen, die sich gut entfernen lässt.

Die Oberschale des HB620T enthält vorne ein kleines Schwarz-Weiß-Display, das über die Kamera-Taste aktiviert werden kann und Signalstärke, Uhrzeit sowie Ladezustand anzeigt. Auch die Linse der 2-Megapixel-Kamera ist dort zu finden. Beide Elemente sind mit einem verspiegeltem Glas geschützt – das sieht sehr edel aus.

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