eBay Australien verschiebt PayPal-Zwangseinführung

Wettbewerbshüter, Banken und Nutzer kritisieren Pläne

eBay Australien hat die Einführung der verpflichtenden PayPal-Nutzung auf den 15. Juli verschoben. Das berichtet das australische Branchenportal AustralianIT. Ursprünglich wollte die australische Plattform des Internet-Auktionshauses den PayPal-Zwang bereits am 17. Juni durchsetzen.

Damit hat eBay auf die Kritik von Wettbewerbshütern, Banken und Nutzern reagiert. Nachdem der Online-Marktplatz im April Pläne bekannt gegeben hatte, dass neben der Barzahlung von Artikeln künftig nur noch die Überweisung via PayPal erlaubt sein soll, bat die Australien Competition and Consumer Commission (ACCC) Banken und Nutzer um Stellungnahmen. In einer nun veröffentlichten Aussendung empfiehlt die Behörde dem Auktionshaus, den PayPal-Zwang noch einmal zu überdenken.

Die ACCC führt als Begründung der Empfehlung an, dass die alleinige Verwendung von PayPal zu weniger Wettbewerb im Bereich von Onlinezahlungsmethoden führen würde. Die befragten Interessensgruppen hätten sich gegen ein derartiges Vorgehen ausgesprochen. Banken begründeten ihre Ablehnung damit, dass die Gebühren für eine normale Banküberweisung deutlich niedriger lägen als die von PayPal.

Laut eBay bringt der geplante PayPal-Zwang mehr Sicherheit vor Betrügern. Als Argument führt es den Käuferschutz an, mit dem Zahlungen über den zu eBay gehörenden Dienst bis zu einem Wert von 20.000 australischen Dollar (rund 12.000 Euro) abgesichert sind. Die Wettbewerbsbehörde erkennt zwar an, dass die PayPal-Nutzung für die Verbraucher mit einigen Vorteilen verbunden ist, hält aber gleichzeitig fest, dass User selbst am besten wissen, welche Zahlungsvariante am ehesten zu ihrer Transaktion passe. eBay will dennoch an der PayPal-Pflicht festhalten und hat angekündigt, die Behörde in den kommenden Wochen von den Vorzügen des Schrittes überzeugen zu wollen.

Kritiker sind der Ansicht, dass das PayPal-Modell in Australien Vorbildcharakter hat, denn ähnliche Tendenzen sind auch auf anderen eBay-Marktplätzen zu erkennen. Selbst in Deutschland hat man entgegen einem ursprünglichem Dementi inzwischen eine PayPal-Verpflichtung angekündigt. Diese trifft jedoch nur Verkäufer, die von eBay als potenziell unseriös eingestuft werden.

Themenseiten: Ebay, Telekommunikation

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