Motorola: Multimedia-Handys für Indiens Landbevölkerung

Analyst räumt dem angeschlagenen Konzern nur geringe Chancen gegen Nokia ein

Motorola will verstärkt besser ausgestattete Handys in ländlichen Gegenden Indiens anbieten. Der Markt für Mobiltelefone mit Multimedia-Ausstattung und weiteren Funktionen wie Wi-Fi oder NFC-Technologie wachse auch außerhalb der Großstädte stark, weshalb das Unternehmen dort nicht mehr nur Billighandys anbieten wolle, berichtet der Business Standard.

„Unser Fokus in ländlichen Märkten in Indien ist nicht nur auf billige Handys gerichtet. Wir sehen, dass auch dort immer mehr Multimedia-Geräte genutzt werden und dieser Trend stark zunimmt“, zitiert die Zeitung Malcolm Dawe, Vice President und General Manager von Motorolas Handysparte. Da die Durchdringungsrate von Mobiltelefonen in Indien derzeit noch relativ gering sei, sehe man in dieser Region größere Chancen als in allen anderen Märkten.

Insgesamt 20 verschiedene Geschäfts- und Marktsegmente habe man in Indien erkannt, die unter anderem TV- oder Musik-Services sowie den Einsatz von NFC-Technologie umfassen, so Dawe. Vor knapp drei Jahren habe es erst zwölf solcher Bereiche gegeben.

In Japan und Teilen Europas hat der Motorola bereits Pilotprojekte mit NFC-Technologie durchgeführt. Diese und andere neue Applikationen sollen dem angeschlagenen Mobilfunkkonzern dabei helfen, im Wettbewerb mit Branchengrößen wie Nokia Marktanteile zurückzuerobern.

„Indiens Mobilfunkmarkt hat großes Potenzial, weil er weltweit am stärksten wächst und die Durchdringungsrate mit rund 17 Prozent recht niedrig ist“, sagt Sal-Oppenheim-Analyst Nicolas von Stackelberg. Allerdings müsse Motorola massiv in die Produktentwicklung und Lokalisierung der Endgeräte investieren, was beispielsweise Nokia schon sehr früh gemacht habe. Auch bei der Distribution in ländlichen Gebieten warte noch viel Arbeit auf das Unternehmen, da erst die entsprechende Infrastruktur aufgebaut werden müsse.

Die Ankündigung über das verstärkte Engagement in Indien könnte von Stackelberg zufolge aber auch darauf hindeuten, dass im nächsten Schritt ein indisches Unternehmen die zum Verkauf stehende Mobiltelefonsparte übernimmt. Schon Anfang April hatte der indische Großkonzern Videocon Interesse am Handy-Geschäft des US-Unternehmens signalisiert. Motorola will seine angeschlagene Mobilfunksparte bis 2009 vom Netzwerkgeschäft abspalten.

Themenseiten: Business, Motorola, Telekommunikation

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