Beckstein fordert Investitionen in Jugendschutz

"Gewaltspiele haben in Kinderzimmern nichts zu suchen"

Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein hat gestern auf dem Kongress „Munich Gaming“ in München die Digitalspieleindustrie als Zukunftsmarkt mit großen Chancen bezeichnet. Gleichzeitig forderte er die Branche aber dazu auf, sich offen mit den kritischen Aspekten des Games-Sektors auseinanderzusetzen. „Ziehen Sie sich nicht darauf zurück, dass der Zusammenhang zwischen Gewaltspielen und Gewalttätigkeit nicht eindeutig belegbar ist. Investieren Sie in den Jugendschutz“, sagte Beckstein.

Er hob auch die Wichtigkeit hervor, dass Politik und Spieleindustrie den gemeinsamen Dialog aufrechterhalten. „Ziehen wir gemeinsam an einem Strang, denn Gewaltspiele haben in unseren Kinderzimmern nichts zu suchen.“ Dabei verwies der Ministerpräsident auf den von der Staatsregierung unterstützten Cluster audiovisuelle Medien. Dieser stehe in einem ständigen Austausch mit den Vertretern der Games-Branche in Bayern.

Es sei positiv zu werten, dass das von den Spielentwicklern entworfene Spieleangebot zunehmend abwechslungsreicher würden und die Industrie vermehrt auch auf Spiele mit pädagogischem Ansatz setze. „Solche Spiele brauchen wir“, sagte Beckstein. Andererseits sei die Branche aber auch gefordert, sich offen mit den kritischen Aspekten elektronischer Spiele wie Vernachlässigung sozialer Kontakte, Bewegungsarmut, eingeschränkte Kontrollmöglichkeit der Erziehungspersonen oder Suchtgefahr auseinanderzusetzen.

Einen Schritt in die richtige Richtung stelle der auf Bestreben der Bundeskanzlerin vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) ins Leben gerufene „Runde Tisch der Verantwortung“ dar. Im September vergangenen Jahres hatten sich so auf Einladung des BIU 25 bundesweit maßgebliche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Bildung sowie Kinder- und Jugendschutz getroffen, um Lösungsansätze für den Jugendmedienschutz zu diskutieren.

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