Wie viel ist Yahoo ohne Alibaba für Microsoft noch wert?

Ein neues chinesisches Anti-Monopol-Gesetz verändert die Verhandlungspositionen in den Gesprächen zwischen Microsoft und Yahoo dramatisch. Eventuell scheitern sie daran sogar.

Microsofts Übernahmeangebot an Yahoo am 31. Januar rief umgehend Google auf den Plan: Der Mitbewerber zog alle Register, um die Offerte in der Öffentlichkeit zu diskreditieren. Jetzt droht weiteres Ungemach: Chinas Kartellbehörden könnten wegen der Handelsplattform Alibaba.com Schwierigkeiten machen.

Aber von Anfang an: Das Übernahmeangebot Microsofts für Yahoo hatte für erhebliches Aufsehen gesorgt, die Ablehnung durch Yahoo für mindestens genau so viel. Die Spekulationen blühten: „Rettet“ Time Warner Yahoo im Rahmen eines Gegengeschäftes, bei dem Yahoo AOL übernimmt und der Medienkonzern dafür eine ansehnlich Beteiligung an Yahoo erhält? Oder gibt ironischerweise ausgerechnet die EU-Genehmigung der Übernahme von Doubleclick durch Google den Ausschlag, dass Yahoo die Microsoft-Offerte doch annimmt?

Seit die beiden Unternehmen Mitte März angefangen haben, hinter geschlossenen Türen zu verhandeln, wurde es ruhiger um die geplante und vorerst geplatzte Fusion. Jetzt sorgt ein zunächst fernliegend erscheinendes Ereignis für Unruhe. Laut einem Bericht der New York Times soll zum 1. August in China ein neues Anti-Monopol-Gesetz in Kraft treten. Dadurch könnte auch Yahoos Beteiligung an der chinesischen Handelsplattform Alibaba.com in Gefahr geraten.

Gerade diese Beteiligung sahen aber Beobachter bisher als Yahoos gewichtigstes Argument in den Diskussionen um eine Erhöhung des Microsoft-Angebotes. Sollten die chinesischen Behörden sich aber gegen die Fusion aussprechen, und das werden sie, ist doch Alibaba.com gegen den Deal, lässt sich die Behauptung nicht länger aufrechterhalten, Yahoo sei mehr als 31 Dollar pro Aktie wert.

Microsoft könnte dann den Spieß sogar umdrehen und seinerseits behaupten, 31 Dollar seien schon zu viel. Das wird letzten Endes wohl nicht geschehen. Aber der von Regulierern in den USA und Europa bereits arg gebeutelte Microsoft-Konzern wird keinesfalls mehr bereit sein, mehr zu bezahlen. Und jemand anders wahrscheinlich auch nicht.

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