Microsoft kontert Kritik am Open Specification Promise

GPL biete ebenfalls Freiraum für Spekulationen

Microsoft hat die Kritik des Software Freedom Law Center (SFLC) am Open Specification Promise (OSP) für das Open-XML-Dateiformat zurückgewiesen. Laut Microsoft-Produktmanager Gray Knowlton bietet die Open-Source-Lizenz GPL ebenfalls viel Raum für Interpretationen.

Damit konterte Knowlton einen der Kritikpunkte des SFLC, wonach das OSP nicht in Übereinstimmung mit der GPL sei. „Wir würden gerne die OSP für Entwickler ausweiten, die Code unter der GPL entwickeln“, erklärte Knowlton. „Jeder Anwender oder Entwickler sollte sich die GPL gründlich durchlesen und zu einem eigenen Urteil kommen, was es bedeutet, in Übereinstimmung mit der GPL zu sein.“ Knowlton ergänzte, dass Microsoft nicht in der Lage sei, Dritte umfassend zur GPL zu beraten.

Den Vorwurf, wonach das OSP an bestimmte Verwendungszwecke gebunden sei, bezeichnete Knowlton als falsch. Genau wie bei den Zusagen zur Klagefreiheit von IBM oder Sun gelte auch das OSP für den Teil eines Produktes, der den genannten Spezifikationen entspricht. Andere Teile eines Produktes, das nichts mit den Spezifikationen zu tun habe, fielen auch nicht unter das OSP.

Der Microsoft-Sprecher widersprach auch der Schlussfolgerung des SFLC, wonach zukünftige Ausgaben der Spezifikationen von OOXML nicht mehr unter den Patentschutz fallen könnten. Nach Angaben des Sprechers beziehen sich die Zusagen zur Interoperabilität auf alle wichtigen Microsoft-Produkte und deren zukünftige Versionen. „Microsoft sieht sich verpflichtet, alle APIs seiner wichtigsten Produkte kostenlos über MSDN anzubieten.“

Joseph Sweeney, Berater bei IBRS, erklärte, Microsoft sei übervorsichtig bei dem Versuch, seine Entwicklerwerkzeuge an den Mann zu bringen, ohne dabei eigene Patente freizugeben. Egal wie oft Redmond das OSP noch erkläre, es werde sich immer ein Zweifler aus der Open-Source-Gemeinschaft finden.

Themenseiten: Microsoft, Open Source, Software

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