Brasilien entwickelt Alternative zum XO-Laptop

Digital Desk ist mit 600 Dollar allerdings teurer als das OLPC-Notebook

Die brasilianische Gemeinde Serrana hat in Eigenregie eine Alternative zu Intels Classmate oder dem XO-Laptop des OLPC-Projektes entwickelt. Zum Monatsende sollen in der 45.000 Einwohner zählenden Stadt die ersten 200 Schulpulte mit eingebautem Tablet-PC in Betrieb genommen werden.

Die Bedienung der als Digital Desk bezeichneten Geräte erfolgt über einen 15-Zoll-LCD-Bildschirm, der im Gegensatz zu herkömmlichen Touchscreens mehr als eine Eingabe gleichzeitig verarbeiten kann. Mit einem Preis von 600 Dollar inklusive Einbau ist das Digital Desk allerdings teurer als der XO-Laptop.

„Die Idee dahinter ist nicht, ein gutes Geschäft zu machen. Es hat mehr mit sozialem Franchising zu tun“, erklärt Victor Mammana vom brasilianischen Wissenschaftsministerium. Die Technologie hinter dem Digital Desk stamme aus Brasilien, und der Einbau in die Schreibtische erfolge direkt in Serrana. „Das Interessante ist, dass eine lokale Lösung für ein lokales Problem gefunden wurde. Durch die Investition in die eigene Wirtschaft geht der höhere Preis in Ordnung.“

Die Computer sollen über einen Wi-Fi-Anschluss, einen Celeron-Prozessor von Intel und eine kleine Flash-Festplatte verfügen. Als Betriebssystem kommt Linux zum Einsatz. Alle Daten werden auf einem Server im Klassenzimmer abgespeichert, über den der Lehrer den Unterrichtsstoff per CMS verwaltet.

Mammana sieht das Serrana-Projekt nicht als Konkurrenz zum OLPC-Projekt. „Das würde in Sao Paulo nicht funktionieren. Brasilien hat 10.000 Gemeinden. Wenn wir die Idee des Social Franchising auf 50 Gemeinden übertragen, dann haben wir schon viel erreicht.“

Themenseiten: Hardware, Intel

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