Neu eingetroffen: Internet Explorer 8 im Kurztest

Microsoft hat in den letzten Jahren Anteile am Browser-Markt verloren - insbesondere an Firefox. Mit dem Internet Explorer 8, der jetzt als Beta 1 vorliegt, wollen die Redmonder den Trend wenden. ZDNet hat ihn sich angesehen.

Die Beta 1 des Internet Explorer 8 ist 14,4 MByte groß. Wie beim Vorgänger werden vor der Installation gegebenenfalls fehlende Komponenten nachgeladen und der Rechner auf Schädlinge überprüft. Nach dem Neustart ist zunächst keine Veränderung zu bemerken. Der Doppelklick auf das blaue Internet-Explorer-Icon öffnet den neuen Browser – Version 7 wird überschrieben.

Ein Assistent ermöglicht es, Einstellungen wie Standard-Suchmaschine, „Activity Provider“ und Phishing-Filter zu verändern. Ein Express-Setup übernimmt die vorhandenen Einstellungen.

Eine Neuerung sind die erwähnten Activity Provider. Dabei handelt es sich um Dienste wie Karten, Lexika und soziale Netzwerke. Ein Activity Provider wird über das Kontextmenü von markiertem Text aufgerufen. So kann man sich beispielsweise schnell eine Adresse auf der Karte zeigen lassen oder einen Abschnitt in den eigenen Blog übernehmen.

Belässt man es bei den Voreinstellungen, bewegt sich alles im Windows-Live-Universum: Bloggen mit Windows Live Spaces, Nachschlagen in Encarta und E-Mails senden mit Windows Live Hotmail. Microsoft hat aber bereits Partnerschaften mit anderen Anbietern geschlossen, etwa Facebook, Ebay und Yahoo.

Den im Internet Explorer 7 eingeführten Phishing-Filter hat Microsoft für den IE8 aufgewertet. Die Komponente scannt Websites jetzt auch aktiv nach Malware.

Ein Feature namens Automatic Crash Recovery sorgt dafür, dass bei Problemen nur der jeweilige Tab abstürzt – und nicht wie bisher der ganze Browser. Es versucht, den gecrashten Tab wiederherzustellen. Nach mehreren erfolglosen Versuchen fragt die Software, ob der Tab geschlossen werden soll. Die Funktion findet sich in ähnlicher Form auch im Firefox-Browser.

Eine Funktion namens Webslices ermöglicht es, Bereiche einer Website in der Favoriten-Leiste abzulegen. Der Internetauftritt muss dazu allerdings angepasst werden. Das Feature wird derzeit unter anderem von Ebay unterstützt: Bewegt man den Mauszeiger über eine Auktion, zeigt der Internet Explorer 8 ein lilafarbenes Icon. Über dieses kann die Auktion als Webslice dem Browser hinzugefügt werden. Es zeigt den aktuellen Preis und die verbleibende Zeit. Die Ebay-Website braucht dazu nicht geöffnet sein. Wie nützlich dieses Feature ist, hängt von der späteren Unterstützung ab.

Die Beta 1 des Internet Explorer 8 zielt vornehmlich auf Webentwickler, die frühzeitig die Eigenheiten und Möglichkeiten des neuen Browsers kennenlernen sollen. Denn gerade bei der Entwicklung von Webstandards will Microsoft punkten.

Zwar steht die Software zum öffentlichen Download bereit, auf die Installation in Produktivumgebungen sollte man dennoch verzichten. Dazu ist die Software noch nicht stabil genug. Auch zerstört sie beispielsweise das Layout von AJAX-Sites wie Google Maps. Im zweiten Halbjahr 2008 soll die Beta 2 erscheinen, Ende des Jahres die Final.

Themenseiten: Browser, Business-Software, Microsoft, Software

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