CeBIT 2008 eröffnet: Ausstellerschwund hält an

Microsoft-Chef Ballmer prophezeit fünfte Computerrevolution

Die weltgrößte Computerfachmesse CeBIT ist ab heute geöffnet. Bis Sonntag können sich zuerst Fach- und dann Privatbesucher über die neueste Technik sowie die Trends in der IT-Branche informieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy als Vertreter des CeBIT-Partnerlandes und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso eröffneten gestern Abend offiziell die Technikschau.

Bereits vor Beginn hat Merkel die internationale Bedeutung der Messe herausgestrichen. „Sie ist die wichtigste Messe der weltweiten digitalen Industrie“, sagte die Bundeskanzlerin. Die Informations- und Kommunikationsbranche sei ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Standort Deutschland.

Als Visionär präsentierte sich Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der Eröffnungsveranstaltung. Er sprach von einer fünften Computerrevolution, die in den kommenden Jahren nicht nur die Softwareindustrie prägen werde. „Ich habe während meiner 28 Jahre bei Microsoft bereits vier Computerrevolutionen erlebt“, so Ballmer. Nachdem der PC den Massenmarkt erreicht hatte, veränderten die grafischen Benutzeroberflächen den Umgang mit den Geräten. Danach kam das Internet und schließlich Web 2.0. Die fünfte Revolution werde die allumfassende Vernetzung sein. „Künftig wird es keinen Unterschied mehr machen, welches Gerät man aktuell benutzt. Sie werden sich automatisch mit dem Web verbinden, wobei sich der User keine Gedanken um Kompatibilität machen oder überlegen muss, wo er welche Dateien abgespeichert hat“, so Ballmer.

Die CeBIT (die Abkürzung stand ursprünglich für Centrum für Büro- und Informationstechnik) fand erstmals 1970 statt. Dieses Jahr ist sie nach einem neuen Konzept ausgerichtet und in die Schwerpunkte „Business Solutions„, „Public Sector Solutions“, „Home & Mobile Solutions“ und „Technology & Infrastructure“ unterteilt. Der thematische rote Faden, der sich bis Sonntag durch das gesamte Programm ziehen wird, ist Green-IT. Hersteller zeigen ihre Ansätze, umweltfreundliche IT-Systeme zu konzipieren, die Energie sparen sowie unter nachhaltigen Aspekten gefertigt sind. Über 5800 Aussteller aus 77 Ländern zeigen zudem neue mobile Techniken rund um Computer, Handys, Unterhaltungelektronik und Navigationssysteme.

Die CeBIT selbst kämpft seit einigen Jahren damit, den Erfolg aufrecht zu erhalten. Die Boomzeit und den Höhepunkt im Jahr 2001, als sich 830.000 Besucher und 8000 Aussteller auf dem Gelände tummelten, hat die Messe hinter sich. Auch in diesem Jahr haben sich gegenüber dem Vorjahr wieder fünf Prozent weniger Aussteller angekündigt. Die CeBIT muss sich einerseits gegenüber den Spezialmessen wie die Mobile World in Barcelona, andererseits den Publikumsmessen wie die IFA in Berlin behaupten. Im vergangenen Jahr kündigte CeBIT-Chef Ernst Raue an, die Messe verändern zu wollen. 2008 wurde die CeBIT um einen Tag verkürzt, zudem wird sie durch ein Konferenzprogramm begleitet.

Themenseiten: CeBIT, Messe

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2 Kommentare zu CeBIT 2008 eröffnet: Ausstellerschwund hält an

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  • Am 4. März 2008 um 19:40 von Benedikt Haus

    Angelika
    Angelika Merkel – kreativ :-)

    Oje, bitte sagen Sie’s nicht weiter. Die Redaktion

  • Am 6. März 2008 um 8:53 von Kepawo

    Wahnsinn
    "Sie werden sich automatisch mit dem Web verbinden, wobei sich der User keine Gedanken um Kompatibilität machen oder überlegen muss, wo er welche Dateien abgespeichert hat"….
    Ich glaube, der Mann meint das ernst. Was für ein Wahnsinn. Alle meine Daten irgendwo abgespeichert und keiner weiß wo. Jedes dahergelaufenen Unternehmen (Google natürlich allen voraus) grabscht sich die Daten und wir Menschen sind endgültig gläsern. Bei dieser Vision wirken die Vorstellungen von Schäuble geradezu als Datenschutzmaßnahme. Nein danke, ohne mich. Schon heute sperre ich Google&Co (yahoo, freenet etc.) aus, installiere keine AddOns von Google und nutze auch keine anderen Angebote dieses Unternehmens. Selbst gegen AdWords, AdSense und den ganzen weiteren Unfug kann man sich ja Gottseidank (noch?) wehren/schützen. Auch Microsoft darf nur von CD updaten – oder garnicht. Und das Internet muss draußen bleiben so gut es geht. Dazu noch Virenscanner, Firewall, Trojanerchecker, Spamfilte etc. pp.. Riesenaufwand, aber nötig. Dennoch glaube ich, dass diese Vision (s. o.) iregndwann Realität ist. Da hiltft keine MAßnahme mehr.

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