US-Behörden blockieren 3Com-Verkauf an Chinesen

Sicherheitsbedenken konnten nicht ausgeräumt werden

3Com, Bain Capital Partners und Huawei haben ihren gemeinsam formulierten Antrag zur Übernahme des amerikanischen Netzwerkherstellers durch den chinesischen beim Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) jetzt zurückgezogen. Die Börse reagierte empfindlich, die 3Com-Aktie rutschte um fast ein Fünftel ab.

Edgar Masri, Präsident und CEO von 3Com, zeigte sich sehr enttäuscht darüber, dass die Verhandlungen mit CFIUS gescheitert sind. Man wolle aber weiterhin mit Bain Capital Partners und Huawei nach Alternativen suchen. Ziel sei es, die Bedenken von CIFUS auszuräumen und gleichzeitig 3Com und Huawei zu einem weltweit führenden Netzwerkausrüster zusammenzuschmieden.

Damit geht die – je nach Sichtweise – Komödie oder Tragödie – mit den Hauptakteuren 3Com und Huawei in die nächste Runde. Begonnen hatte das Schauspiel mit einem auf Entwicklung ausgerichteten Joint Venture mit Sitz in Hongkong im November 2003. Ende 2006 verkaufte Huawei seine Anteile (51 Prozent) an dem gemeinsamen Unternehmen für 882 Millionen Dollar an 3Com. Damals war auch Bain Capital Partners an dem Joint Venture interessiert. Bisher letzter Akt war das Übernahmeangebot von Bain Capital Partners und Huawei an 3Com für 2,2 Milliarden Dollar. Um den Sicherheitsbedenken der US-Behörden gerecht zu werden, war für Huawei lediglich eine Minderheitsbeteiligung vorgesehen. Ausgereicht hat diese Vorsichtsmaßnahme offensichtlich jedoch nicht.

Während der drei Jahre dauernden Kooperation blieb der Marktauftritt in Europa immer unklar. So gab es etwa in Deutschland nahezu identische Switches beider Firmen zu kaufen. Mit der Erklärung der Unterschiede taten sich selbst hochrangige Vertreter beider Firmen schwer. Nicht zuletzt deshalb verlor 3Com hierzulande nahezu kontinuierlich Marktanteile. Die Märkte in China und den USA dagegen waren eindeutig zugeordnet.

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