Polizei zerschlägt gewerblichen Fälscherring

Pay-FTP-Server im Fokus der GVU

Die Polizei in Essen hat gestern die Zerschlagung eines Fälscherringes bekannt gegeben, der über FTP-Server gewerbsmäßig Filme, Musik und Software an einen zahlenden Mitgliederkreis im gesamten Bundesgebiet verteilte. Als Hauptverdächtige ermittelten Polizei und Staatsanwaltschaft einen 42-jährigen Programmierer aus Bochum und zwei Männer aus Essen.

Insgesamt durchsuchte die Polizei 23 Wohnungen und Firmen in Deutschland und beschlagnahmte 14 Internetserver sowie zahlreiche Computer und Kisten mit illegalen Kopien von Filmen, Musik und Software. Dabei stellte das Kommissariat umfangreiches Beweismaterial sicher, das bisher zur Identifizierung weiterer 13 Benutzer und Betreiber des Serverrings geführt habe.

Ausgangspunkt für die Ermittlungen war eine Anzeige der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Laut einer Erklärung der GVU verteilten sich die 14 FTP-Server auf zwei geschlossene Serverringe, zu denen ein eingeschränkter Nutzerkreis gegen Zahlung einer Gebühr Zugang erhielt. Darüber wurden urheberrechtlich geschützte Kinofilme oder TV-Serien in der Größenordnung von mehreren Terabyte verteilt. Die angebotenen Inhalte dienten der GVU zufolge als Ausgangsmaterial für illegale Kopien und Angebote in Tauschbörsen.

Die GVU beziffert den Schaden durch illegale Kopien alleine für die Filmwirtschaft auf mehrere hundert Millionen Euro jährlich. Derartige gewerbliche Pay-FTP-Server bezeichnet der Verband als „Schnittstelle zum Massenmarkt für Urheberrechtsverletzungen“, weswegen diese Form der Piraterie im Fokus der GVU stehe.

Themenseiten: Breitband, Personal Tech, Telekommunikation

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